Rund um den Jahresabschluss

Wissenswertes rund um die Buchhaltung

Welche Buchungen müssen am Jahresende durchgeführt werden?

Am Jahresende müssen Sie soweit bei Ihnen zutreffend folgende Buchungen (die Liste erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit) machen:

  1. Privatanteile buchen z. B.
    1. für einen Telefon- bzw. Internetanschluss besitzen, den Sie auch privat nutzen
    2. für ein Firmenfahrzeug müssen Sie auf jeden Fall einen privaten Anteil verbuchen
    3. für Sachentnahmen, die Sie vorgenommen haben. Hier gibt es für bestimmte Branchen steuerliche Pauschalbeträge
  2. die Nutzung eines häuslichen Arbeitszimmer
  3. Abschreibungen für Ihre Anlagegüter buchen
  4. Abschreibungen für Ihre Geringwertigen Wirtschaftsgüter buchen
  5. Besonderheiten der 10-Tages-Regel am Jahresende beachten (nur für EÜR-Rechner relevant)

Zusätzlich fallen für E-Bilanzierer folgende Buchungen an:

  1. Rechnungsabgrenzungen vornehmen, falls der Zahlungsverkehr in einer anderen Periode als der Ertrags-/Verlustperiode erfolgt. Weiter kann es sein, dass die Vorsteuer noch im alten Jahr in der Umsatzsteuererklärung aufzuführen ist, aber erst als Kosten in die neue Bilanz gehört.
  2. Rücklagen bilden, falls dies gesetzlich (z. B. für UGs) oder satzungsmäßig erforderlich ist.
  3. Evtl. kann es notwendig sein Rückstellungen zu bilden. Rückstellungen können Sie für bestimmte Kosten bilden, die im nächsten Jahr auf Sie zukommen werden (z. B. für Gewährleistungsansprüche, die erfahrungsgemäß entstehen werden oder für Abschluss- und Prüfungskosten Ihrer Buchhaltung).

In unserem Kontierungslexikon finden Sie hierzu die entsprechenden Buchungssätze und auch in gewohnter Form den Titel der Buchungen in unserem Buchungsassistenten. Teilweise können Sie hier auch weitere zusätzliche Informationen wie z. B. Excel-Blätter für die Errechnung der Privatanteile.

Normalerweise wären Sie nun noch nicht fertig. Sie müssten sogenannte Abschlussbuchungen durchführen. Diese Buchungen haben zur Folge, dass auf den Ertrags- und Aufwandskonten überall ein Null-Saldo entsteht und aus diesen eine Gewinn bzw. Verlust errechnet wird. Mit Kontolino! brauchen Sie diese Abschlussbuchungen nicht durchzuführen. Dies übernimmt Kontolino! für Sie.

Nach welchen Kriterien können Sie den Jahresabschluss prüfen?

Für Alle:

  1. Stimmt der Banksaldo mit dem Kontoauszugssaldo zum 31.12. überein?
  2. Stimmt der Kassensaldo mit dem Kassenbuchsaldo zum 31.12. überein?
  3. Wie sieht die Umsatzsteuermeldung aus? Passt diese zu Ihren abgegebenen Umsatzsteuervoranmeldungen und unterjährigen Zahlungen?
  4. Alle Abschreibungen gebucht?

Für Einnahme-Überschuss-Rechner (EÜR-Rechner) zusätzlich:

  1. Haben Sie am Jahresende die 10-Tages-Regel beachtet?
  2. Passt die Umsatzsteuermeldung zur EÜR?
  3. Und natürlich passen die Zahlen der EÜR?

Die Einnahmen-Überschuss-Rechnung können Sie Sich im Menü unter „Elster Online“, „Anlage EÜR“ jederzeit anzeigen lassen. Evtl. müssen Sie davor noch steuerliche Daten erfassen. Näheres hierzu finden Sie in unserer Extra-Seite EÜR beschrieben. Bitte überprüfen Sie Ihre EÜR-Zahlen gründlich bevor Sie diese abschicken.

Wenn Sie Einnahmen-Überschuss-Rechner (EÜR-Rechner) sind, ist die Bilanz bzw. die Gewinn- und Verlustrechnung irrelevant. Bitte lassen Sie Sich auch nicht hierbei verwirren, dass das EÜR-Ergebnis ein anderes ist, als das was Ihnen die Bilanz bzw. die Gewinn- und Verlustrechnung anzeigt. Das ist ganz normal:

  • Als EÜR-Rechner, wird die Umsatzsteuer als Einnahme und die Vorsteuer als Ausgabe mit in das Ergebnis eingerechnet – in der Bilanz sind diese Zahlungen ergebnisneutral dargestellt.
  • Als EÜR-Rechner, sind manche Beträge nicht abziehbar: z. B. ein Teil der Bewirtungskosten, der Geschenke, die Gewerbekosten – in der Handelsbilanz sind zunächst alle betriebliche Kosten anzugeben. Erst mit hilfe einer Überleitungsrechnung werden diese Kosten als nicht abziehbar deklariert und die Steuerbilanz erstellt. Dort tauchen dann diese Kosten auch nicht mehr als abziehbar auf. Aber in Kontolino! sehen Sie nur die Handelsbilanz. Hier gibt es keine Steuerbilanz.

Für Bilanzierer zusätzlich:

  1. Sind Summe Passive und Aktiva gleich groß? Wenn nicht, liegt es i.d.R. an den eingegebenen Eröffnungsbeständen. Wie Sie diese ändern, können Sie in unserem Handbuch auf der Seite „Anfangssalden bearbeiten“ lesen.
  2. Stimmen die Forderungen mit Ihren offenen Ausgangsrechnungen zum 31.12. überein?
  3. Stimmen die Verbindlichkeiten mit Ihren offenen Eingangsrechnungen zum 31.12. überein?
  4. Und natürlich passt die Handelsbilanz und GuV?

Jetzt müssten Sie die wichtigsten Positionen geprüft haben. Falls Sie hier Abweichungen bei den Kontenständen finden, dann können Sie direkt von der Jahresabschluss-Sicht bequem auf das Konto klicken und sehen alle Buchungen, die auf das Konto verbucht wurden. Hier können Sie wiederum durch einen Klick auf die entsprechende Buchung um diese zu korrigieren.

Alle Salden sind richtig! Dann kann es ins neue Buchungsjahr gehen. Aber selbst, wenn sich nachträglich doch noch etwas ändern sollte, dann können Sie später noch problemlos die Salden neu übernehmen.