EÜR und E-Bilanz

Gründe für eine Buchführung

Die Buchführung machen Sie im wesentlichen aus zwei Gründen:

  1. Für den Durchblick über Ihren Erfolg, also um Fragen wie diese zu beantworten
    • Macht das Unternehmen Gewinn, oder ist es besser, sich bald nach einer Arbeitsstelle umzusehen?
    • Hat das Gewerbe Schulden bei Lieferanten?
    • Hat das Gewerbe offene Forderungen, die bei Kunden eingetrieben werden müssen?
    • Ist das Unternehmen flüssig genug, um Ihnen eine Privatentnahme auszubezahlen?
  2. Um dem Finanzamt eine Grundlage für die Besteuerung Ihres Einkommens zu liefern

In diesem Abschnitt der Dokumentation soll es vor allem um die zweite Zielsetzung gehen: welche Anforderungen muss die Buchführung erfüllen, damit das Finanzamt eindeutig und anstandslos die Einkommensteuer des Unternehmers oder der Gesellschafter festsetzen kann.

Deshalb erfahren Sie hier, welche Unterlagen das Finanzamt dafür benötigt und wie man diese in Kontolino! erstellen kann.

Wie werden Gewinne versteuert?

Wer in Deutschland Einkünfte erzielt, muss diese auch versteuern. Das gilt für Arbeitnehmer ganz genauso wie für Selbständige und Unternehmer.

Oder wie es das Bundesfinanzministerium so schön formuliert:

Einkommensteuer hat grundsätzlich jeder zu zahlen, der in der Bun­desrepublik Deutschland seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Als Selbständiger – egal ob hauptberuflich oder nebenbei – hat man also genau wie jeder andere Steuerbürger eine Steuererklärung abzugeben und kann zur Leistung von Vorauszahlungen auf die zu erwartende Einkommensteuer des laufenden Jahres aufgefordert werden.

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wie der Staat bzw. Ihr zuständiges Finanzamt die Höhe der Steuer ermittelt und festsetzt.

Der Gesetzgeber teilt das Einkommen seiner Steuerbürger in folgende Einkunftsarten auf:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13-14 EStG)
  • Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb (§§ 15-17 EStG)
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 EStG) bei Freiberuflern
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§§ 19-19a EStG)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
  • Sonstige Einkünfte (§§ 22 und 23 EStG)
Schematische Darstellung: Ermittlung des zu versteuernden Einkommens

Nach Ablauf eines Kalenderjahres muss jeder, der Einkünfte dieser Art erzielt hat, eine Einkommensteuererklärung abgeben. Diese Pflicht trifft insbesondere diejenigen, deren Einkommen nicht hauptsächlich aus nichtselbständiger Arbeit stammt.

Als Unternehmer bzw. Selbständiger (auch, wenn Sie nur neben dem Hauptberuf her ein Geschäft betreiben) müssen Sie also die Gewinne aus Ihrer Tätigkeit als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Selbständiger Arbeit in der Einkommensteuererklärung angeben.

Wird ein Unternehmen von mehreren Gesellschaftern betrieben, muss jeder Gesellschafter seinen Anteil an den Gewinnen versteuern und dementsprechend muss jeder Inhaber auch seine Einkünfte in der Einkommensteuererklärung angeben.

Je nachdem, wie umfangreich ein Unternehmen ist, gelten unterschiedliche Vorschriften darüber, wie die Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu ermitteln sind, und in welcher Form der Nachweis über die Höher der Einkünfte zu führen ist. Für sehr kleine Unternehmen mit geringen Umsätzen und Gewinnen reicht eine einfache Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und den Kosten. Je mehr Sie mit Ihrem Unternehmen umsetzen, desto genauer sind die Geschäftsvorfälle aufzuzeichnen und nach verschiedenen Gesichtspunkten differenziert anzugeben.

Mehr Details zu einzureichenden Unterlagen finden Sie unter dem Abschnitt „Welche Unterlagen muss ein Unternehmer beim Finanzamt vorlegen?

Weitere Steuern für Unternehmen

Neben der Einkommensteuer müssen Unternehmer unter Umständen weitere Steuern bezahlen. Die wichtigsten Steuern für kleinere und mittlere Unternehmen sind

Hier gelten gesonderte Melde- und Zahlungsverfahren.

Welche Unterlagen muss ein Unternehmer beim Finanzamt vorlegen?

Der Gesetzgeber hat zwei verschiedene Arten der Gewinnermittlung vorgesehen, die bestimmte Unternehmen einzureichen haben. Dabei entscheiden Kriterien wie die Rechtsform, das Jahresergebnis oder der Umsatz in einem Geschäftsjahr darüber, welche Art der Gewinnermittlung der Einkommensteuererklärung beizulegen ist.

Allen zweien ist Gemeinsam, dass sie eine Gegenüberstellung von Ausgaben und Einnahmen während des Geschäftsjahres bzw. der Buchungsperiode darstellen. Schließlich ist für alle Steuerzahler gleich, dass sie Einkommensteuer auf ihre Einkünfte bezahlen müssen, und diese Einkünfte ergeben sich aus der Differenz zwischen den Einnahmen aus Verkäufen und Dienstleistungen und den diversen Ausgaben (z.B. für Waren, Strom, Werbung, Versicherungen usw.) während des Jahres ergeben. Im Grunde braucht der Fiskus nur eine Zahl: soviel Gewinn oder Verlust hat das Unternehmen gemacht. Bei mehreren Gesellschaftern muss noch ersichtlich sein, wie viel des Gewinns auf den Einzelnen entfällt.
Leider ist es aufgrund aller möglichen Sonderfälle und Regelungen nicht ganz so einfach. Deswegen gibt es für verschiedene Fälle auch ganz unterschiedliche Gewinnermittlungs-Arten, die das Finanzamt sich von Steuerpflichtigen vorlegen lässt.

Einnahmen-Überschuss-Rechnung (Anlage EÜR) nach § 60 Absatz 4 EStDV

Erfüllt Ihr Gewerbe nicht die Voraussetzungen für die E-Bilanz (siehe weiter unten), muss jeder Gesellschafter der Firma seiner Einkommensteuer-Erklärung die so genannte Anlage EÜR beifügen. Freiberufler können generell ohne Umsatz- / Gewinngrenzen immer eine EÜR abgeben. Zu Freiberuflern zählen zum Beispiel laut §18 des Einkommensteuergesetzes wissenschaftliche, künstlerische, schriftstellerische, unterrichtende oder erzieherische, die selbstständig ausgeübt werden. Ebenfalls dazu zählen die selbstständigen Tätigkeiten der Ärzte, Zahnärzte & Tierärzte, Rechtsanwälte, Notare & Patentanwälte, Vermessungsingenieure, Ingenieure & Architekten, Handelschemiker, Wirtschaftsprüfer & Steuerberater, beratenden Volks- und Betriebswirte, vereidigten Buchprüfer, Steuerbevollmächtigten, Heilpraktiker, Dentisten, Krankengymnasten, Journalisten, Bildberichterstatter, Dolmetscher, Übersetzer, Lotsen und ähnlicher Berufe.“

Kontolino! unterstützt die vollautomatische Zusammenstellung der Anlage EÜR und den Versand per Elster-Online direkt an das zuständige Finanzamt der (Mit-)Unternehmer. Da die Rohdaten für die EÜR in der Buchhaltung stecken, ist das wirklich nur eine Frage von ein paar Mausklicks.

Die E-Bilanz (ab 2013)

Noch größere Unternehmen oder Unternehmen mit einer bestimmten Rechtsform ist ab dem Geschäftsjahr 2013 die Abgabe der so genannten E-Bilanz auf elektronischem Wege vorgeschrieben.

Die Voraussetzungen für die Pflicht zur E-Bilanz sind die folgenden:

  • alle Unternehmer sowie Land- und Forstwirte, die ein selbständiges Handelsgewerbe betreiben
  • Unternehmen, die in Form einer OHG, KG firmieren
  • Kapitalgesellschaften (GmbH, AG)
  • Nicht-Kaufleute, wenn
    • ihr Gewinn aus Gewerbebetrieb 60.000 Euro im Kalenderjahr übersteigt oder
    • ihre Umsätze 600.000 Euro im Kalenderjahr übersteigen
  • Personengesellschaften oder Einzelunternehmer sowie Land- und Forstwirte, die sich freiwillig ins Handelsregister eintragen lassen 

Kontolino! bietet Ihnen die Möglichkeit Ihre E-Bilanz-Daten zu exportieren. Diese können Sie dann bei Drittanbietern importieren, mit dem sowohl die Publizierung der Handelsbilanz, als auch die Einreichung der Steuerbilanz beim Finanzamt möglich ist.

Abzugebende Unterlagen für das Finanzamt nach 2017

Fazit

Sie sehen also, egal ob als EÜR-Rechner oder E-Bilanzierer: Kontolino! deckt alle benötigten Steuerunterlagen ab. So wächst Kontolino! mit Ihrem Unternehmen mit und Sie müssen Ihre Buchhaltung nicht umstellen, wenn Sie Ihr Unternehmen die Grenzen überschreitet.

Weitere Informationen zum Thema in unserem Blog

EÜR und E-Bilanz

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