Steuerliche Liquiditätsplanung für Gründer – Steuernachzahlungen vermeiden und liquide bleiben

Steuernachzahlungen können für Gründer schnell existenzbedrohend werden – vor allem innerhalb der ersten drei Jahre nach der Gründung. Sie bedeuten nämlich einen massiven Abfluss von liquidem Kapital und binden zum Teil sogar zukünftige Einnahmen. Mit der richtigen steuerlichen Liquiditätsplanung können Sie dies jedoch verhindern.

Auswirkungen einer falschen Liquiditätsplanung bei Gründern: Steuernachzahlungen!

Hohe Steuernachzahlungen entstehen grundsätzlich dann, wenn die unterjährig vorausgezahlten Steuern (Umsatz-, Gewerbe,- und Einkommenssteuer), die tatsächlich mit der Steuererklärung ermittelten Steuern deutlich untertreffen. Dem gingen üblicherweise zwei Dinge voran:

  1. Entweder eine viel zu niedrige Schätzung von Gewinnen seitens des Gründers und damit niedrige Veranlagungen für Steuervorauszahlungen seitens des Finanzamtes.
  2. Oder aber unerwartet hohe Gewinnzuwächse, wobei die Steuervorauszahlungen nicht angepasst wurden.

Jedoch kann es auch den Fall einer nachträglichen Steuererstattung geben. Dies kommt üblicherweise vor, wenn die Gewinne viel zu hoch geschätzt wurden und sich dann mit Abgabe der Steuererklärung zeigt, dass viel zu viel vorausgezahlt wurde.

Steuernachzahlungen sind naturgemäß deutlich problematischer für die Finanzen eines Selbstständigen bzw. Gründers. Insbesondere hohe Steuernachzahlungen in Fällen, in denen vom Gewinn nicht viel übrig ist, bedeuten den Zwang zum Kredit oder eben die Insolvenz.

Die richtige steuerliche Liquiditätsplanung für Gründer und Selbstständige erkennt solche Gefahren schon im Voraus und stellt die Weichen für das richtige Handeln – insbesondere durch Rücklagenbildung und Anpassungen der Vorauszahlungen.

Steuernachzahlungen fallen auch mit höheren Veranlagungen für Vorauszahlungen zusammen

Wenn Sie als Gründer Steuern nachzahlen müssen, liegt Ihr Gewinn über der Schätzung. Entsprechend wird das Finanzamt auch die Vorauszahlungen anpassen. Das heißt, dass Sie nicht nur eine Nachzahlung leisten müssen (in der Regel binnen eines Monats nach Bescheid), sondern auch, dass Sie (teilweise rückwirkend) höhere Vorauszahlungen zu leisten haben.

Es kommt damit zu einer doppelten finanziellen Belastung, welche zu einem Liquiditätsengpass führen kann. Zwar lässt sich eine Steuernachzahlung mit einem zügigen Antrag, welcher vor der Zahlungsfrist beim Finanzamt eingehen muss, auch stunden. Damit wird jedoch lediglich die Zahlung verschoben, für welche zusätzlich Zinsen anfallen.

Zudem erfolgen Rückzahlungsforderungen und die Anpassungen von zu leistenden Vorauszahlungen mit dem Steuerbescheid und damit mitten im Jahr. Entsprechend schlecht kann das Timing sein, wenn Sie bis dahin auch keine Rücklagen gebildet haben.

Dieses Szenario trifft für Selbstständige bzw. Gründer ohne adäquate steuerliche Liquiditätsplanung oftmals im zweiten oder dritten Jahr ihrer Tätigkeit ein. Frühestens dann kann es nämlich zur Kombination aus Nachzahlungen und höher angesetzten Vorauszahlungen an den Fiskus kommen. Und entsprechend wird es dann oftmals existenzbedrohend.

Wie Sie die Vorauszahlungen für Einkommensteuer, Umsatz- und Gewerbesteuer richtig justieren

Die Vorauszahlungen für die drei Steuerarten (Einkommensteuer, Umsatzsteuer, Gewerbesteuer) bei Gewerbebetrieben erfüllen für den Staat den Zweck, sich die durch Ihr Gewerbe geschaffenen Gewinne anteilig zu sichern. Es ergibt sich durch die Vorauszahlungen schlichtweg ein Liquiditätsvorteil für den Staat. Gerade die Umsatzsteuer ist dabei aufgrund ihrer Höhe von großer Bedeutung.

Einkommensteuer

Auf der anderen Seite haben Sie die Möglichkeit, Ihre Vorauszahlungen aktiv mitzugestalten und so anzupassen, dass Sie eben nicht in Liquiditätsengpässe geraten. Dafür muss zuerst einmal festgestellt werden: Vorauszahlungen auf die Einkommensteuer sind abhängig vom Gewinn des Vorjahres. Gibt es hierzu keine Zahlen, müssen Sie schätzen.

Das Finanzamt geht bei der Anlehnung an Vorjahresgewinne zumeist davon aus, dass Ihr Unternehmen nicht wächst. Tut es das aber, sollten Sie einfach selbst eine Erhöhung der Vorauszahlungen beantragen. Bei voraussichtlich sinkenden Gewinnen können Sie diese auch (rückwirkend) senken lassen. Wichtig ist nur, dass Sie tatsächlich zu Ihren Erträgen passen und nicht deutlich zu niedrig sind.

Gewerbesteuer (und IHK)

Gleichsam verhält es sich bei der Gewerbesteuervorauszahlung, die ebenfalls angepasst werden kann. Auch hier ist es so, dass diese vom Gewerbegewinn abhängt und entsprechend mit dem Wachstum oder der Schrumpfung Ihrer Erträge korreliert. Immer dann, wenn Sie feststellen, dass das Finanzamt Ihre Vorauszahlungen zu hoch oder zu niedrig ansetzt und ein gewisser Trend bei Ihren Einnahmen sichtbar ist, sollten Sie die Vorauszahlungen entsprechend anpassen lassen. Das erhöht am Ende die Chance deutlich, dass die durch die Steuererklärung festgestellte Steuerlast möglichst nahe an bereits bezahlten Beiträgen liegt.

Genau, wie auch die Höhe der Gewerbesteuer vom Gewerbegewinn abhängt, ist dies übrigens auch bei den IHK-Beiträgen der Fall: Wenn Sie im Handelsregister eingetragen sind, zahlen Sie einen Grundbeitrag von mindestens 95 Euro im Jahr zuzüglich einer Umlage von 0,21 % Ihres Gewerbegewinns.

Kleine Unternehmen, die nicht eingetragen sind, zahlen in den ersten zwei Jahren gar nichts, insofern der Gewerbegewinn unter 25.000 Euro liegt. Die darauffolgenden zwei Jahre sind Sie zudem von der Umlage befreit, insofern der Gewinn nicht höher als 25.000 Euro pro Jahr hoch ist. Angaben zu Beitragssätzen und der aktuellen Umlage finden sich auf jeder Webpräsenz der IHK.

Umsatzsteuer

Die Umsatzsteuervorauszahlung ergibt sich hingegen aus der Umsatzsteuervoranmeldung. Sie ist damit die einzige Steuervorauszahlung, deren Höhe den Ist-Zustand stets beschreibt, denn es handelt sich ja um Ihren monatlichen oder vierteljährlichen Umsatzsteuer-Saldo, bestehend aus eingenommener und aufgewendeter Umsatzsteuer.

Bei korrekt durchgeführten Umsatzsteuervoranmeldungen – in den ersten zwei Jahren zwingend monatlich, danach in Abhängigkeit von der Höhe im Vorjahreszeitraum monatlich oder quartalsweise – kann eine Nachzahlung für diese Steuer nahezu ausgeschlossen werden. Wenn Sie nicht mutwillig Einnahmen unterjährig verschweigen, kann es hier auch nicht zu hohen Nachforderungen kommen.

Schätzungen und Anpassungen bei der Liquiditätsplanung realistisch halten

Zur steuerlichen Liquiditätsplanung für Gründer gehört im Grunde schon die realistische Schätzung Ihrer Gewinne für das Jahr der Gründung. Immerhin wird das Finanzamt die ersten Vorauszahlungen von dieser Schätzung abhängig machen. Wenn Sie hierfür nicht Ihren Business-Plan oder eventuell einen Steuerberater konsultieren wollen oder können, ist im Allgemeinen eine pessimistische Schätzung empfehlenswert.

Ein Steuerberater kann Ihnen dabei helfen, als Gründer am Anfang eine für Ihre finanzielle Situation passende Schätzung abzugeben. Sollte es doch zu deutlich höheren Erträgen kommen, können die Vorauszahlungen auch durch Ihr Zutun erhöht werden. Auch Rücklagen – dazu gleich mehr – sind ein probates Mittel, um liquide für die Steuerzahlungen zu bleiben.

Am Anfang gilt also: Bleiben Sie pessimistisch, um zu hohe Zahlungen zu vermeiden. Sie bekommen das zu viel gezahlte Geld zwar wieder, aber es fehlt Ihnen für Ihren Betrieb. Wenn Sie über Ihren Erwartungen liegen, teilen Sie dies dem Finanzamt zügig mit und freuen Sie sich darüber.

Steuerrücklagen als Liquiditätssicherung

Teil der steuerlichen Liquiditätsplanung für Gründer sind auch die Rücklagen. Als Faustregel gilt: Wer stets circa ein Drittel bis 40 Prozent seines Gewinns zurücklegt, wird auch durch hohe Nachzahlungen nicht in eine Krise geraten. Wichtig ist vor allem aber, dass Sie in Zeiten mit unerwartet hohen Gewinnen stets einen Teil hiervon sichern, um angepasste Vorauszahlungen oder Steuernachforderung zügig begleichen zu können.

Auch dann, wenn Ihr Unternehmen stark schwankende Einnahmen hat – weil es beispielsweise abhängig von Projekten ist –, sollte jede finanzielle Blütezeit Sie zur Rücklage eines guten Teils Ihrer Gewinne ermuntern. Auch dann, wenn Ihre Einkünfte zügig wachsen und dies voraussichtlich auch weiterhin tun werden, sollten Sie schon einmal Geld zurücklegen, um die zukünftig höheren Steuervorauszahlungen schnell tilgen zu können.

Fazit: Die richtige Liquiditätsplanung für Gründer bewahrt vor steuerlichen Fehltritten

Selbstständige müssen sich ohnehin selbst und ständig mit ihren Finanzen befassen. Dazu gehört auch die Erkenntnis, dass Steuernachzahlungen im Idealfall ganz vermieden werden. Durch einen guten Blick auf die eigenen Gewinne und Gewinnerwartungen erhalten Sie eine Idee davon, ob Ihre Steuervorauszahlungen nicht vielleicht doch zu niedrig sind oder gar zu hoch.

Die Anpassung ist durch einen entsprechenden Antrag möglich. Zu viel gezahlte Steuern zahlt das Finanzamt sogar noch vor dem Einreichen der Steuererklärung zurück, wenn Sie am Jahresende feststellen, dass Sie zu viel gezahlt haben.

Zusätzlich hilft eine Steuerrücklage dabei, eventuelle Nachzahlungen zu begleichen oder auch erwartete höhere Vorauszahlungen direkt stemmen zu können. Grundsätzlich ist es sinnvoll, gut ein Drittel des Gewinns für Steuerzahlungen einzuplanen.

Der erste eigene Firmenauftritt für Gründer im Internet & Co. – so machen Sie es richtig!

Für ein erfolgreiches Geschäftsmodell ist es entscheidend, auf allen Ebenen präsent zu sein, um möglichst viele Kunden und potenzielle Interessenten zu erreichen.

Besonders für Unternehmensgründer ist es eine gute Idee, sich einem breiten Publikum zu zeigen. Mit einer eigenen Website als Gründer vervielfachen Sie Ihre Ausgangslage und erreichen ein Maximum an Interessenten.

Wie ein Gründer bei der Planung des ersten eigenen Internetauftritts vorgehen sollte?

Wenn man in der Welt des digitalen Zeitalters ein eigenes Unternehmen gründen möchte, ist es keine gute Idee, den eigenen Wohnort mit Plakaten zu dekorieren, um auf sich aufmerksam zu machen. Die Reichweite einer solchen Aktion ist begrenzt und es ist dabei kaum möglich, die passenden Zielkunden zu erreichen.

Ähnlich ist es mit dem eigenen Internetauftritt, der gleichfalls gut überlegt sein muss, um nicht im Dschungel von Google & Co gnadenlos unterzugehen. Aus diesem Grund sollten Sie sich die nachfolgenden Fragen stellen:

  • Welche Zielgruppen möchten Sie mit Ihrem Internetauftritt erreichen?
  • Wie bekommen Sie am besten Kontakt zu Ihren potenziellen Kunden?
  • Welche zusätzlichen Informationen sollte Ihre Internetseite enthalten?
  • Wie erhalten Sie permanent Aufträge aus dem Internet für eine gut gefüllte Sales-Pipeline?
  • Wie generieren Sie aus den vielen Anfragen auf Ihrer Webseite die passenden Kunden?
  • Über welche Kanäle möchten Sie potenzielle Interessenten für Ihr Unternehmen erreichen?

Bei der Vorbereitung der eigenen Website als Gründer ist es entscheidend, einen Internetauftritt zu entwickeln, der Ihre zukünftigen Geschäftskunden anspricht.

Neben einer professionellen Internetseite, die gut strukturiert ist, gehören zusätzliche Informationen wie beispielsweise Blogbeiträge oder Produktinformationen unbedingt dazu.

Welche Dinge sind notwendig für ein starkes Selbstbild des neuen Unternehmens? – Branding / CI

Sowohl für kleine und mittlere Firmen, als auch für Unternehmensgründer ist ein einheitlicher Auftritt unverzichtbar.

Der gewählte Inhalt sollte möglichst einen Bezug zu den Produkten und Dienstleistungen Ihres Betriebes darstellen. Gleichzeitig ist es entscheidend, dass Ihr Selbstbild der Firma unverwechselbar gestaltet ist und sich deutlich von Mitbewerbern unterscheidet.

Das Branding Ihres Unternehmens sollte in jedem Fall durchgängig sein und sich in allen internen und externen Auftritten wiederfinden. Dazu gehören beispielsweise:

  • Auftragsbestätigung / Rechnungsformular
  • Briefpapier
  • E-Mail Signatur
  • Firmenschild
  • Internetauftritt
  • Visitenkarte

Wichtig ist dabei immer ein identisches Erscheinungsbild nach außen zu vertreten, damit Kunden und Interessenten Ihr Unternehmen sofort wiedererkennen. In diesem Zusammenhang sind Elemente wie:

  • Gleiche Farbe
  • Unverwechselbares Design
  • Durchgängige Schriftart
  • Gleicher Stil

bestens dazu geeignet, um einen einheitlichen Unternehmensauftritt zu gewährleisten – und das natürlich auch im Internet.

Bei der Wahl Ihres Brandings / CI sollten Sie ein zeitloses Corporate Design nutzen, dass keiner Modeerscheinung unterliegt. Damit ist gewährleistet, dass Sie das Selbstbild Ihrer Firma nicht laufend durch kostenintensive Investitionen anpassen müssen.

Wieso ist das Branding für den Firmenauftritt im Internet so wichtig?

Mit dem Branding verbinden Ihre Kunden und potenzielle Interessenten sowohl die Menschen, die hinter dem Unternehmen stehen, als auch die Produkte und Dienstleistungen Ihrer Firma.

Zusätzlich haben Unternehmensgründer mit einem erfolgreichen und unverwechselbaren Branding gute Chancen, am Markt erkannt und gefunden zu werden. Das ist besonders für Gründer wichtig, da sich die meisten von ihnen erst noch einen Bestand an Stammkunden erarbeiten müssen.

Hier liegen die Vorteile eines gut gemanagten Brandings:

  • Steigerung des Bekanntheitsgrades bei Kunden und Lieferanten
  • Abgrenzung vom Wettbewerb durch ein individuelles Profil
  • Sie werden leichter gefunden
  • Vermittlung von Fachkenntnissen innerhalb der Branche
  • Aufbau eines Netzwerkes, insbesondere bei Verwendung im Internet

Mit dem erfolgreichen Branding erhalten Sie deutlich mehr Aufmerksamkeit auf allen Kanälen und werden gleichzeitig zu einem Unikat in der Branche.

Die Folge: Mehr Anfragen von Kunden und Interessenten mit den daraus entstehenden Geschäftsumsätzen für Ihren Betrieb.

Als Firmengründer die eigene Bekanntheit steigern – Das Logo!

Das Firmenlogo ist ein Erkennungszeichen, mit dem Ihr Unternehmen untrennbar verbunden ist. Aus diesem Grund ist es entscheidend, dass Ihr Firmenlogo im Einklang mit Ihren Produkten und Dienstleistungen steht und auch Sie sich als Person gut damit identifizieren können. Gleichzeitig ist es wichtig, dass Ihr Firmenlogo:

  • Einprägsam
  • Unverwechselbar
  • Außergewöhnlich
  • Überall präsent in Ihrem Betrieb

ist. Bedenken Sie, dass dort, wo Ihr Logo erscheint, andere Menschen Ihre Person und die Produkte Ihres Unternehmens damit verbinden.

Damit Sie das passende Logo für Ihren Betrieb finden, spielt auch die Psyche eine wichtige Rolle. Brandingfarben sind ein entscheidender Faktor, weil sie im Unterbewusstsein Aufmerksamkeit und Emotionen hervorrufen können.

So kann bereits die Wahl der richtigen Farbe für das firmeneigene Logo zusätzliche Kaufanreize aussenden. Bei der Wahl der Farbe für das Firmenlogo sollte daher nicht die Lieblingsfarbe des Firmengründers gewählt werden, sondern die Farbe, die das junge Unternehmen am besten verkörpert.

Wie können Sie den Internetauftritt am einfachsten organisieren?

Die firmeneigene Webseite ist alternativlos, wenn man sich im digitalen Zeitalter einem breiten Publikum präsentieren möchte oder gezielt auf der Suche nach neuen Geschäftspartnern ist. In diesem Zusammenhang stellt sich die Frage, ob man den eigenen Internetauftritt selbst in die Hand nehmen soll oder besser einen Profi damit beauftragt.

Für den Kleinunternehmer mit einem begrenzten Budget ist die Do-it-yourself-Methode nach dem Baukastenprinzip eine kostengünstige Alternative. In den meisten Fällen benötigen Sie dafür weder umfangreiche Kenntnisse als Programmierer, noch ein Studium als Webdesigner. Diese grundlegenden Bestandteile sollten auf Ihrer ersten eigenen Webseite jedoch zu finden sein:

  • Eigene URL mit unverkennbarer Identität, die von Suchmaschinen erkannt wird
  • Firmeneigene E-Mail-Adresse, die auch für künftige Mitarbeitende genutzt werden kann
  • Unverwechselbares Firmenlogo als Aushängeschild der Webseite
  • Hintergründe und Layouts mit hohem Wiedererkennungswert
  • Bilder vom Unternehmen und den Produkten als visuelle Botschaften
  • Kontaktformular um mit Ihrem Betrieb in Verbindung zu treten
  • Übersichtlicher Seitenaufbau mit eigenen Unterseiten „über uns“, „unsere Produkte“, „unsere Mitarbeitende“, „Referenzen“, „Kontakt“, „Impressum“

Mit dem Service von IONOS zur Website-Erstellung, lassen sich die oben angesprochenen Punkte problemlos und innerhalb kürzester Zeit umsetzen.

Warum ist eine firmenbezogene E-Mail-Adresse wichtig und wo bekommen Sie diese her?

Zu einem gelungenen Firmenauftritt für Gründer gehört unbedingt auch eine firmenbezogene E-Mail-Adresse. Hier gibt es die Möglichkeit, eine meist kostenlose E-Mail-Adresse von einem Freemailanbieter wie beispielsweise Google, GMX oder Web.DE zu erhalten.

Für den professionellen Auftritt Ihres Unternehmens ist die E-Mail-Adresse mit eigener Domain jedoch die bessere Lösung mit diesen Vorteilen:

  • Werbefrei
  • Persönlich
  • Leicht Einprägsam
  • Funktionsreich
  • Sicher

Zusätzlich vermittelt die E-Mail-Adresse mit eigener Domain einen seriösen Eindruck. Sie sehen also, dass es viele gute Gründe für eine eigene und professionelle E-Mail-Adresse gibt.

Eine Wunsch-E-Mail-Adresse ist in aller Regel in jedem Hosting-Paket bzw. bei einem entsprechenden Dienstleister zur Website-Erstellung bereits enthalten. Wie der Ablauf bei der Registrierung der eigenen Domain funktioniert, wird auf folgender Seite ausführlich erläutert.

Fazit

Wie Sie sehen, ist es für Gründer und Selbstständige essenziell, einen eigenen Firmenauftritt zu verwirklichen. Dabei ist es mit der Erstellung des Internetauftritts jedoch noch lange nicht getan.

Um mit Kunden in Kontakt zu kommen und Kunden an Ihr Unternehmen oder Ihre Dienstleistung zu binden, bedarf es viele weitere Faktoren wie z. B. das bestmögliche Branding / CI, die richtigen Farben, der passende Domainname sowie eine professionelle E-Mail Adresse.

Diese Punkte betreffen natürlich nicht nur den Internetauftritt an sich, sondern treffen ebenfalls auf Geschäftspapiere wie z. B. Rechnungen, Briefe, Visitenkarten und vieles mehr zu.

Buchtipps zum Thema Buchhaltung

Kennen Sie eigentlich schon unsere Seite voller Buchtipps rund um das Thema Buchhaltung und Steuern? Unser Ziel ist es hier für Sie geeignete Literatur zusammenzustellen, die Ihnen einen

  • den Einstieg in die Themen Buchhaltung und Steuern möglichst ohne Fachchinesisch und praxisnah ermöglicht und darauf aufbauend
  • für ganz bestimmte Fragestellungen die Buchungen erklärt.

Zwar finden Sie auch viele Informationen auf unseren Internetseiten unter „Hilfen“:

  • Einführung in die Buchhaltung und die Steuern unter der Rubrik Wissenswertes
  • Buchhungssätze finden Sie nach Themen geordnet in unserem Kontierungslexikon
  • unter unserer Seiten zum Handbuch finden Sie alles was Sie zum Bedienen von Kontolino! nachlesen wollen

Aber gerade, um sich in eine Materie neu einzuarbeiten und in Ruhe etwas nachzuschlagen, sind Bücher nach wie vor sehr hilfreich. Durch diese Literatur verliert das Thema Buchhaltung und Steuern den Schrecken für Sie! Schauen Sie doch einfach mal bei unseren Buchtipps vorbei, ob etwas für Sie dabei ist.

Wenig Beute im Bürokratieentlastungsgesetz III für Selbstständige

Am 18. September 2019 hat das Bundeskabinett dem BEG III ( (drittes Bürokratieentlastungsgesetz) zugestimmt. Es wartet jetzt noch auf die Unterschrift des Bundespräsidenten und dürfte pünktlich zum 1.1.2020 in Kraft treten. Vorerst können wir daher nur auf den Referentenentwurf des BMWI (Entwurf wurde vom BMI gelöscht) verlinken. Inhaltlich wird sich hier wohl nicht mehr viel tun.

Der Titel macht große Hoffnung. Viele Selbstständige, das zeigen Umfragen verschiedenster Interessensvertretungen immer wieder auf, beklagen sich über zu viel Bürokratie in Deutschland. Ein Gesetz, das hier Abhilfe schaffen soll, und verschiedene Ungetüme zurecht stutzen soll, verspricht da Linderung.

Leider haben die Jäger und Sammler des Bundeswirtschaftsministeriums im Jahr 2019 recht wenig Beute an unnötiger Bürokratie  gemacht. Im Gesetzgebungsverfahren sind nach langem Streifen durch den Paragrafenwald für Selbstständige sage und schreibe 2 Bröckchen zusammen gekommen:

  • Existenzgründer müssen im ersten Jahr nicht automatisch monatlich eine Umsatzsteuer-Voranmeldung abgeben.
    Diese Regelung soll ab 2021 befristet bis 2026 gelten. Das ist natürlich lächerlich: erstens werden Existenzgründer in 2020 noch automatisch zur monatlichen Abgabe einer UStVA verpflichtet sein, und zum zweiten ist die Entlastung, die hier herausspringt, gerade 3 Mausklicks im Monat wert, wenn man eine vernünftige Buchhaltungssoftware nutzt. Ich fürchte, der Lärm, den die Sektkorken der angehen Gründer an Silvester 2020/2021 machen werden, reichen nicht ganz aus, um bei der Pyrotechnik viele Schadstoffemissionen einzusparen…
  • Die Kleinunternehmergrenze nach  § 19 Abs. 1 Umsatzsteuergesetz (UStG) wird ab dem 1.1.2021 von 17.500 Euro auf 22.000 Euro jährlich angehoben.
    Die Kleinunternehmerregelung besagt im Wesentlichen, dass man als Kleinunternehmer den Kunden keine Umsatzsteuer in Rechnung stellen muss, und demnach auch keine Vorsteuer für eigene Einkäufe abziehen darf. Damit ist man auch von der Umsatzsteuer-Voranmeldung und der Umsatzsteuererklärung befreit. Was zunächst mal gut klingt, muss sehr vorsichtig gekostet werden: Für Unternehmer, die mit Waren handeln oder viele Rohstoffe bzw. Materialien einkaufen, kann diese Regelung ebenso nachteilig sein, wie für Unternehmer, deren Angebot sich in erster Linie an Firmenkunden richtet. Auf diese Themen gehen wir ausführlicher auf unserer Seite zur Kleinunternehmerregelung ein.
    Immerhin: die Regelung gilt ab 1.1.2020, bezieht sich aber auf das laufende sowie das vorangegangene Geschäftsjahr. Es wird also auch möglich sein, schon für 2020 die Kleinunternehmerregelung in Anspruch zu nehmen, wenn man 2019 einen Umsatz von weniger als 22.000 Euro macht. Wer also tatsächlich die Kleinunternehmerregelung nutzen möchte, hat jetzt bereits 4500 € mehr Luft nach oben beim Umsatz. Für Unternehmer, die 2019 bereits UStVA abgegeben haben, wird der bürokratische Aufwand für die Rückabwicklung jedoch vermutlich nicht wirklich nach Entlastung schmecken…

Alles in allem bleibt – aus der Perspektive der Selbstständigen – bei diesem Bürokratieentlastungsgesetz Luft nach Oben für die vierte Episode. Vielleicht hat man sich diesmal einfach ein paar Trophäen für den nächsten Wahlkampf aufsparen wollen. Gründergeist und neuer Startup-Wind sind hier allerdings eher nicht zu spüren.

Einfache oder doppelte Buchführung – eine Gegenüberstellung

Was ist eigentlich eine Buchhaltung?

Eine Buchhaltung oder auch Buchführung genannt ist in Ihrer einfachsten Form ganz simpel ausgedrückt eine Liste, in der alle Geldeingänge und -ausgänge einer Firma gelistetwerden. Sobald Sie eine Firma anmelden, sind Sie als Unternehmer verpflichtet eine Buchhaltung zu führen. Wie detailliert Sie dies dann tun müssen hängt zum Einen von Ihnen selber ab, aber zum anderen natürlich auch vom Gesetzgeber. Dieser gibt, je nachdem wieviel Umsatz und Gewinn Sie erzielen oder welche Rechtsform Ihr Unternehmen hat, verschiedene Buchhaltungspflichten vor. So kann die Buchhaltung dann weiter anwachsen und neben der Einnahmen-, Ausgabenliste auch Vermögenslisten (Anlagenspiegel), Schuldenlisten und weiteres enthalten. Dies kann dann in einer Bilanz zusammengefasst werden.

Warum müssen Sie eine Buchhaltung führen?

Zum Einen ist es Ihr ureigenes Interesse ein Überblick über Ihre Einnahmen und Ausgaben zu haben. Nur so wissen Sie, ob Sie mit Ihrer Firma Gewinne erzielen und genug für Ihren Lebensunterhalt verdienen, Anschaffungen tätigen können oder neue Mitarbeiter einstellen können.

Zum Anderen ist es Ihre Pflicht, denn der Gesetzgeber verpflichtet Sie in seiner Steuer- und Handelsgesetzgebung dazu.

Was ist eine einfache Buchhaltung?

Unter einer einfachen Buchhaltung versteht man die Listung aller Einnahmen und Ausgaben sortiert nach dem Datum. Dabei werden die Einnahmen und Ausgaben in verschiedene Arten unterteilt. Z. B. haben Sie Umsatzsteuerpflichtige Einnahmen, umsatzsteuerfreie Einnahmen, die Umsatzsteuer selbst nehmen Sie zunächst ein und führen diese somit auch getrennt, dann folgen z. B. Materialkosten, Personalkosten, Abschreibungen und weitere Rubriken. Sind Sie zu einer Einnahmen-Überschuss-Rechnung dem Finanzamt verpflichtet, werden diese verschiedene Einnahmen- und Kostenarten genau aufgeführt und Sie müssen Sich mit Ihrer Buchhaltung daran halten. Nachstehend sehen Sie die EÜR-Einnahmen-Arten für 2016. Genauso müssen Sie Sich an alle anderen rechtlichen Vorschriften halten: wie z. B. Umsatzsteuerrichtlinien, Abschreibungsrichtlinien, Reisekostenregelungen, Regeln zur Bewirtung, Firmen-Pkw-Regelungen, nicht zuletzt gelten Für Sie die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoBD), z.B, die Einhaltung der Archivierungszeiten der Belege, Umgang mit elektronischen Belegen).

Was ist eine doppelte Buchführung?

Bei einer doppelten Buchhaltung wird jede Einnahme oder Ausgabe zweimal erfasst (deshalb „doppelt“). Dabei wird zum Einen Mal erfasst, auf welchem Konto die Bewegung stattfand (z. B. auf Ihrem Bankkonto oder in der Kasse) und zum Anderen Mal wird erfasst, um welche Art der Einnahme oder Ausgabe es sich handelt (z. B. Reisekosten, Wareneinkaufskosten, Portokosten, Telefonkosten, Abschreibungen). Dies hat den Vorteil, dass man mit dieser Art der Buchung seine Buchhaltung selber kontrollieren kann. Denn der echte Kassenbestand muss natürlich mit dem in der Buchhaltung verbuchten übereinstimmen. Das Gleiche gilt natürlich auch mit dem Bankbestand: Dieser muss mit dem Saldo Ihres Geschäftskontos bei der Bank immer nach dem Buchen übereinstimmen.

Außerdem haben Sie mit der doppelten Buchführung schon alle Einnahmen und Ausgaben Ihrer Firma richtig für die Einnahmen-Überschuss-Rechnung bzw. Bilanz richtig kategorisiert (z. B. alle Ausgaben für das Telefonieren sind zusammenaddiert usw.) und zugeordnet.

Wer ist zu welcher Buchhaltungsform verpflichtet?

Wie schon erwähnt, sind Sie nicht frei von der Wahl, welche Buchhaltungsform Sie wählen wollen: die Einfache oder Doppelte Buchhaltung. Hier macht der Gesetzgeber klare Vorgaben: Sobald Sie eine E-Bilanz (elektronische Bilanz) abgeben müssen, sind Sie zu einer doppelten Buchhaltung verpflichtet. Ansonsten reicht Ihnen rein Formal eine einfache Buchhaltung aus. D.h., wenn Ihre Firma entweder

  • im Handelsregister eingetragen ist oder
  • einen Umsatz größer von 600.000 € / Jahr oder
  • der Gewinn größer als 60.000 € /Jahr ist,

müssen Sie eine doppelte Buchführung machen und eine E-Bilanz abgeben.

 Vor-/ Nachteile von den verschiedenen Buchhaltungsformen?

Die einfache Buchhaltung ist definitiv simpler zu erlernen und leichter im Umgang. Oft reicht am Anfang wirklich eine Excel-Liste aus. Aber Sie verlieren hier sehr leicht den Überblick, wenn Ihr Unternehmen wächst. Zudem ist die Kontrolle der Buchhaltung schwieriger: Sie haben keinen Banksaldo, den Sie einfach abgleichen können – so können einem schneller Fehler passieren. Gewöhnen Sie Sich gleich die „doppelte Buchführung“ an, müssen Sie Sich am Anfang garantiert mehr mit der Theorie beschäftigen und evtl. Literatur wälzen. (Tipp: Wir haben gut besuchte Seiten bei uns auf der Homepage, die sich mit den Grundlagen der doppelten Buchführung beschäftigen) Dafür haben Sie dann aber gleich die volle Aussage über Ihren finanziellen Status Ihrer Firma. Außerdem müssen Sie nicht, wenn Ihr Unternehmen wächst und Sie vom Gesetzgeber verpflichtet werden eine „doppelte Buchführung“ zu machen, Ihre gesamte Buchhaltung wieder neu strukturieren und umstellen.

Eine Buchhaltungssoftware kann Ihnen, die Anfänge für eine „doppelte Buchführung“ deutlich erleichtern.

Wo unterstützt Sie die Online-Buchhaltungssoftware Kontolino! bei der doppelten Buchführung?

Zunächst einmal, genügt Kontolino! allen rechtlichen Ansprüchen. Sie müssen Sich keine Gedanken darum machen, ob Sie Buchungen einfach löschen dürfen oder gegenbuchen müssen. Kontolino! erlaubt Ihnen das Löschen der Buchungssätze und protokolliert diese mit und ist damit gesetzeskonform und GobD-konform.

Sie können elektronische Belege direkt in Kontolino! ablegen. So müssen Sie keine separaten Laufwerke zur Archivierung Ihrer E-Belege anlegen, keine Datensicherung selber organisieren. Das nimmt Ihnen Kontolino! alles ab.

Kontolino! hat die gängigen Kontenrahmen hinterlegt. Diese können Sie benutzen und wenn Sie wollen weiter anpassen.

Die Online-Buchhaltungssoftware Kontolino! hat sehr viele gängigen Buchungen bereits für Sie vorerfasst. Diese sind in einem Buchungsassistenten hinterlegt, der sortiert ist. Selbst können Sie zusätzlich mit Schlagwörtern suchen.

Eine gute Software lernt mit: so merkt sich Kontolino! bereits von Ihnen getätigte Buchungen und schlägt Ihnen diese von alleine vor, wenn Sie einen ähnlichen Buchungstext eingeben.

Natürlich können Sie in Kontolino! direkt Ihre Meldungen über Elster an das Finanzamt abgeben. Darunter fallen:

Das sind die wichtigsten Punkte aus unserer Sicht, aber natürlich unterstützt Sie eine gute Online-Buchhaltungssoftware in noch viel mehr. Hier können Sie Sich einen guten Überblick über weitere Features von Kontolino! machen.

Zusammenfassung

Am Anfang mag die doppelte Buchführung umständlich und schwierig erscheinen. Mit ein wenig Fachliteratur, Einarbeitung und der richtigen Buchführungssoftware wird diese aber schnell gelingen. Und vergessen Sie nicht: die gesetzlichen Bestimmungen (wie Umsatzsteuerrichtlinen, GobDs, Fahrtkostenregelungen, Bewirtungskostenregelungen, Abschreibungsrichtlinien) gelten immer – egal ob Sie die einfache oder doppelte Buchhaltung anwenden.

Die Sache mit dem Feedback für Gründer

Jeder, der mit dem Gedanken spielt, sich selbstständig zu machen, ist darauf angewiesen: Feedback. Schliesslich muss die eigene Geschäftsidee ankommen bei potentiellen Kunden, das Produkt muss Nutzen bringen und gekauft werden und der neue Service muss nützlich und vernünftig bepreist sein, um auch wirklich in Anspruch genommen zu werden. Und da hilft es nur bedingt, selbst zu 100% davon überzeugt zu sein, daß das Angebot perfekt ist. Es schadet nicht, mit Selbstbewusstsein und Vertrauen an das Abenteuer heranzugehen, aber entscheidend für den Erfolg ist das, was Kunden und potentielle Käufer vom Produkt halten.

Wie Maybritt Reumann in ihrer Kolumne (Beitrag inzwischen entfernt) auf dem StartupBrett schreibt, sind die ersten Ansprechpartner für Feedback sicher Freunde und Familie. Aber leider muss man sich bei Feedback auch immer fragen, ob es ehrlich oder freundlich ist. Schließlich will man den hoch motivierten Gründer nicht ausbremsen, ihn nicht vor den Kopf stoßen. Freunde und Familie können sehr wertvolle Impulsgeber sein, müssen aber ganz und gar nicht.

Aus meiner Erfahrung in der Gründung von Kontolino heraus kann ich Maybritt Reumanns Beobachtungen und Tipps nur bestätigen: Nicht alles Feedback, das kommt, ist wirklich wertvoll oder hilfreich. Eine gute Portion davon muss man ausfiltern und schlichtweg ignorieren. Die Kunst ist es, das wertvolle Feedback vom Höflichkeits-Gebrabbel zu trennen.

Gerade ganz am Anfang, wenn man selbst noch unsicher ist, ist es sehr gefährlich, auf all die – vermutlich wirklich gut gemeinten – Tipps und Ratschläge zu hören, die aus allen Ecken und Richtungen auf einen Einprasseln. Ich selbst erinnere mich an eine Vielzahl von Ideen, ganz breit mit Youtube-Videos, Instagram-Fotos und Pressemeldungen loszulegen. Erklärvideos sind ein Muß, Screencasts erklären Dein Produkt ganz wunderbar und überhaupt ist Video das Werbemedium der Zukunft. Vorträge musst Du halten, Deine Software muss unbedingt eine Paypal-Schnittstelle haben, und Material Design ist das einzige, was wirklich hip aussieht. Die Software als open source freizugeben wäre perfekt, denn dann fixen andere Leute ganz umsonst Deine Bugs. Das sind nur einige der Tipps, die ich so bekommen habe.

Zu all dem kommen noch die vielen Artikel in den einschlägigen Medien, in denen das Erfolgsrezept Deiner Mitbewerber beschrieben wird, und jeder weiß, wie wirksam und gleichzeitig billig Adwords sind.

Aufgepasst: alles wahr und richtig. Da sind kaum wirklich schlechte Ideen dabei, und natürlich ist es wichtig, sich diese Ideen alle anzuhören und darüber nachzudenken. Es lohnt sich, auch die vielleicht (oder gerade die) verrückteren Ideen aufzunehmen, aufzuschreiben und abzuwägen, ob da nicht etwas fürs eigene Vorgehen drin steckt.

Aber, und das ist nun wirklich die wichtige Essenz aus diesem Artikel: nicht alles funktioniert für jeden und nicht alles kann man auch wirklich umsetzen. Oft fehlt etwa die Zeit, Screencasts aufzuzeichnen, diese oder jene Schnittstelle zu programmieren oder von einem Networking-Event zum nächsten zu tingeln. Auch das Budget für die über-coole Webseite oder ein knackiges Erklärvideo, das sich wirklich von den anderen da draussen abhebt, ist nicht einfach so vorhanden.

Ein Beispiel aus unserer Praxis: Wir haben uns von Adwords schon vor einiger Zeit verabschiedet, weil ein einziger Klick zum Stichwort „Buchhaltung“ schnell mal 3 und auch deutlich mehr Euros kosten kann. Und ein Klick ist erstmal nur ein Besucher, noch lange kein Kunde. Für uns haben Adwords – zum damaligen Zeitpunkt – schlichtweg nicht funktioniert, aber schnell einige hundert Euro im Monat verschlungen. Dabei zeigte sich, dass unsere Kunden unsere besten Markenbotschafter sind. Wer mit Kontolino! zufrieden war, zeigte es Freunden und Kollegen, die ebenfalls auf der Suche nach der passenden Softwarelösung sind. Vielleicht würden sie heute, wo wir schon etwas bekannter sind, besser funktionieren. Vielleicht haben wir auch einfach nur alles falsch gemacht bei der Auswahl passender Keywords und Zielgruppen usw. Vielleicht war unser Produkt zu diesem Zeitpunkt einfach auch tatsächlich noch nicht reif genug. Ich werde das vielleicht niemals wissen und versuche, mir da auch gar nicht zu viele Gedanken zu machen.

So manche Idee ist aber tatsächlich schlecht. Nicht unbedingt per se, aber eben im eigenen Kontext. Nicht jeder, der meint, Dein Produkt müsse so oder so aussehen, hier oder da besonders beworben oder hier platziert werden, weiß wirklich, wovon er redet. All diesen gut gemeinten Ratschlägen hinterher zu laufen und seine Zeit und Energie auf viel zu vielen Baustellen zu vergeuden, kostet sehr viel Kraft und Zeit. Jede falsch investierte Minute oder jeder ins falsche Medium gesteckte Euro fehlt in der Verbesserung des Produkts, im Kundenservice oder auch einfach nur für die kleine Auszeit im Café um die Ecke oder für einen Spaziergang, der Energie und Ideen zurück bringt.

Feedback ist der Stein, um die eigene Idee weiter zu schärfen. Und dazu gehört eben auch negatives Feedback. Mit negativem Feedback umzugehen, kann der schwierigste Teil der ganzen Sache sein. Es wird nicht immer nett und freundlich formuliert, und manchmal fühlt man sich auch völlig zu unrecht heruntergemacht. Dabei hat dieser Mensch nur einfach diesen Button übersehen, die Doku nicht gelesen, völlig falsche Erwartungen gehabt oder ist einfach ein blöder Miesepeter, denn auch die gibt es natürlich.
Und doch muss gerade negatives Feedback analysiert werden: wichtig ist die Frage, warum der falsche Button gedrückt wurde, eine bestimmte Erwartungshaltung bestand. In fast jedem Kommentar der Art: „Das hat nicht funktioniert“ steckt ein Hinweis auf eine mögliche Verbesserung. Wichtig dabei ist, möglichst diesen Kern zu finden, nachzuhaken, was genau passiert ist, warum das so und nicht anders versucht wurde, welches Ziel erreicht werden sollte, und wo der Knackpunkt tatsächlich liegt. Es ist erstaunlich, dass gerade solche Kunden nachher besonders überzeugt sind, wenn sie erkennen, dass ihre Erwartung falsch war oder man sich des Problems schnell und unkompliziert angenommen hat.

Feedback muss eingesammelt, sortiert, wohl bedacht und aussortiert werden. Manche Ideen sind gut, aber passen nicht zu Dir, weil Du es gerade nicht leisten kannst, oder weil eine bestimmte Aktion einen völlig falschen Eindruck von Dir und Deinem Produkt vermitteln würde. Andere sind tatsächlich schlecht. Und wieder andere sind eben nicht ernst gemeinte Höflichkeitsbezeugungen, eben diese „Sieht Chic aus!“-Sprüche, mit denen man um eine ehrliche Antwort herum kommt. Meiner Erfahrung nach ist das Feedback gerade aus dem Freundes- und Familienkreis häufig weder ehrlich noch wertvoll, egal, wie gut es gemeint ist. Dessen sollte man sich stets bewusst sein, wenn man in einer frühen Phase steckt.

Schnell. Laut. Fail! – Wie man es mit dem Marketing schnell übertreiben kann

Auf dem StartupBrett schreibt Lukas über ein recht trauriges Phänomen der Startup-Szene: manch ein Gründer(team) versucht, mit lauter und planloser Werbung möglichst schnell möglichst viel Staub um das eigene neue Business zu aufzuwirbeln.
Die Hoffnung dabei: je schneller sich der neue Markenname verbreitet, je mehr Medien irgendwas über uns schreiben, desto schneller geht die Rakete so richtig ab.

Dabei gilt es ernsthaft zu bedenken, ob schnelles, raketenartiges Wachstum wirklich wünschenswert für ein neues Business ist.

Natürlich spricht absolut nichts gegen einen gigantischen Ansturm von Interessenten oder gar Kunden, wer hätte nicht gerne gleich im ersten Quartal Umsätze in Millionenhöhe?

Es gibt – neben Lukas‘ wirklich lesenswerten Argumenten – noch ganz andere Themen zu bedenken. So sollte man sich stets die Frage stellen, ob das eigene Produkt oder der eigene Service denn schon reif für die Massen ist. Stellen Sie sich vor einer breit angelegten Kampagne unbedingt die Frage, ob Sie es wirklich handhaben können, wenn in zwei Wochen plötzlich ein paar Tausend Bestellungen eingehen. Oder auch nur Anfragen.

Wenn ich da so auf unsere eigenen Anfangszeiten zurück schaue, muss ich ganz offen eingestehen, dass wir vermutlich unter zu vielen Kunden sehr schnell zusammengebrochen wären. Unsere Software war ganz zu Anfang noch ein wenig – naja – ausbaufähig. Ab und an gab es Serverausfälle und Anwendungsfehler, und selbst in der Buchhaltung gibt es Themen, die auslegungsfähig sind.

Ich bin ganz froh, dass unser Wachstum ein graduelles war. Wir hatten glücklicher Weise einen Start mit einigen wenigen Kunden, die uns geholfen haben, das richtige auf die richtige Weise zu tun. Early Adopters, die auch einmal eine Nacht auf eine Fehlerkorrektur oder ein paar Tage auf ein Feature warten konnten.

Nicht auszudenken, was hier los gewesen wäre, wenn ein dummer Softwarefehler gleich hunderte oder tausende User betroffen hätte, und jeder direkt angerufen oder eine Mail geschickt hätte. Für die Behebung des Fehlers hätten wir gar keine Zeit mehr gehabt….

Wir hatten das Glück, dass Kontolino! eher langsam loslegte, wir mit einigen loyalen Kunden anfangen konnten, die nicht gleich davon gesprungen sind, wenn einmal ein Button anstatt etwas zu bewirken, einen Anwendungsfehler hervorbrachte.

Großmäulig angepriesen und dann voll versagt – das wäre viel zu oft das Urteil über Kontolino! gewesen, wenn wir es auf diese Weise versucht hätten. Der ganze Lärm wäre nach hinten losgegangen und wir hätten hunderte, vielleicht tausende Interessenten ein für allemal davon überzeugt, dass wir ganz sicher nicht der richtige Anbieter sind. Eine zweite Chance zu bekommen, ist eine ziemlich harte Aufgabe als Cloud-Anbieter, wo die Konkurrenz nur zwei Mausklicks entfernt ist.

Selbstständig und trotzdem arm?

]Beim Thema Gründen und Start-Ups denkt man heutztage häufig an junge, bärtig-hippe Studenten, die kurz vor dem Master Millionenbeträge von Investoren einsacken, ihren Tag auf dem Office-Playground und die Nächte auf angesagten Parties verbringen und zum 30. Geburtstag ihren Laden für ein paar hundert Millionen an Google oder Facebook verkaufen. Dieses Zerrbild der Selbständigkeit wird verstärkt durch Fernehformate wie die Höhle der Löwen, wo man sympathische junge Gründer mit teils verrückten, teils pfiffigen Ideen sich vor einer mehr oder weniger prominenten Jury präsentieren und in gefühlt mühelosen 3 Minuten ein paar zehntausend Euro abstauben oder ein paar bissige Kommentare zur öffentlichen Belustigung ernten sehen kann.

Manchmal bekommt man den Eindruck, die Welt wird nur noch fortbestehen durch völlig neu gedachte Konzepte für althergebrachtes. Disruptiv und schrill muss eine Idee sein, die Firmen-Website mus eine .io – Endung haben und irgendwie müssen ein paar Buchstaben verdoppelt oder verwürfelt werden und dem Millionärsdasein steht nichts mehr im Wege.

Das ganze ist, wie gesagt, ein Zerrbild. Einem Großteil der Startups steht ein mehr oder weniger schleichendes Siechtum bevor, wenn nicht gar ein schmerzhaftes Ende am Schluss des Geldes und der Kraft. Nur einige wenige schaffen einen fulminanten Exit oder werden nachhaltig profitabel. Viele Gründer rackern sich über Jahre bei geringem Einkommen einer besseren Zukunft entgegen. Bei manchen kommt dann nach ein paar Jahren Durststrecke ein profitabes Business dabei heraus, viele können von ihrem Business mehr oder weniger gut leben, und einige haben tollen Erfolg und

natürlich haben viele vermeintlich verrückte Ideen sich zu enorm profitablen Firmen entwickelt, und ja, im Prinzip kann jeder es versuchen, und manche schaffen es, mit einer Vier-Stunden-Woche passives Einkommen von 3000 Euro und mehr pro Woche zu erwirtschaften.

Dass es auch eine andere Realität gibt,  zeigt uns dieser Artikel auf Spiegel Online: Mehr als hunderttausend Selbststädige brauchen Hartz IV:

2007 bezogen demnach 66.910 Selbstständige Hartz-IV-Leistungen, im vergangenen Jahr waren es 117.904.

Auch das ist Selbständigkeit: viele Menschen gründen ein Gewerbe als Notbehelf, weil sie in einer bestimmten Branche keine andere Beschäftigungsmöglichkeit mehr sehen, und einige davon können sich auch damit nicht ernähren.

Nicht besonders überraschend an dieser Stelle ist aus meiner Sicht, dass die einstmals viel besungene Ich-AG, der Versuch, arbeitslose Menschen durch finanzielle und teils auch praktische Unterstützung aus der Arbeitslosenstatistik in die Selbständigkeit überzuleiten, einen signifikanten Anteil an dieser Zahl hat:

Über ein besonders geringes Einkommen verfügen demnach Menschen, die eine sogenannte Ich-AG gegründet haben

Diese traurige Statistik wirft einige wichtige Fragen auf, die man sich in diesem Zusammenhang stellen sollte:

  • Ist unser Bild von Startups und dem schnellen Geld in der „neuen Gründerkultur“ gefährlich? Brauchen wir vielleicht ein etwas realistischeres Bild vom Gründer und dem Unternehmertum? Sollten wir unsere Nachfolgegeneration das Thema Selbstständigkeit in all seinen Facetten ganz anders heranführen?
  • Gerne rufen wir nach einer neuen Gründerkultur und Änderungen in den bürokratischen Hürden der Selbstständigkeit. Gerne wird nach der Politik, dem Staat gerufen, der den Start erleichtern und Rahmenbedingungen ändern sollte. Aber liegen die Probleme wirklich hier? Das fulminante Scheitern der Ich-AG sollte den einen oder anderen Rufer nachdenklich machen.
  • Macht es Sinn, Menschen in die Selbstständigkeit zu drängen, um sie aus einer bestimmten Statistik zu hieven? Steckt wirklich in jedem ein Unternehmer?
  • Macht es Sinn, ein Startup als vielversprechend zu feiern, das auf die gnadenlose Ausbeutung von schlecht qualifizierten Arbeitskräften, die dann als Subunternehmer gerne auch mal deutlich unter Mindestlohnniveau (und frei von jeder Sozialversicherungspflicht – ist das Bürokratieabbau?) arbeiten , um sich das U-Bahn-Ticket zur ARGE leisten zu können, wo sie dann Hartz IV beantragen?

Es tut mir leid, aber mir gefällt das klassische Bild eines Gründers mit Herzblut, kaufmännischem Grundverständnis und einem Gefühl für seine unternehmerische Verantwortung noch immer besser. Auch wenn diese Gründer keine rauschenden Pitch-Parties feiern und keine disruptiven Weltverbesserungen hervorbringen. Natürlich braucht es auch neue Denkansätze, um Probleme zu lösen, neue Märkte zu erschließen oder zu schaffen. Nur verallgemeinern sollte man hier nicht. Nicht jede Gründung muss spektakulär und disruptiv sein, und nicht immer werden Unmengen an Fremdkapital benötigt. Auch ein staatlicher Anschub kann sinnvoll sein, und nicht jeder Regelung in unserer Verwaltung ist unbürokratisch oder überhaupt notwendig.

Aber keiner dieser Punkte kann durch seine Verallgemeinerung oder Anwendung nach dem Gießkannenprinzip aus unserer sehr sicherheits-geprägten Arbeitnehmerkultur eine Nation des Aufbruchs und einer neuen Gründerkultur machen. Den Beweis, dass das nicht geht, liefern die Zahlen in der o.g. Statistik: einhunderttausend arme Selbständige sind eindeutig zu viel.

Nur, wie kann man dem begegnen? Sind diese einhunderttausend Menschen alle unfähige Selbstüberschätzer? Sind Sie an deutscher Bürokratie gescheitert? Hat ihnen unsere „Geiz ist Geil“-Mentalität den Boden unter den Füßen weggezogen? War der Schritt in die Selbständigkeit eine freiwillige und falsche Entscheidung, oder gibt es für Kurierfahrer, Gebäudereiniger, Schlachter und viele weitere Berufsgruppen einfach gar keine Alternative zu einer „Selbstständigkeit“ mehr? Wir rufen so gerne nach dem Staat, der da nun mal aufräumen soll: schon haben wir den Salat und wollen die Regelungen zur Scheinselbständigkeit verschärfen, drängen damit IT-Selbständige und Kreativarbeiter in eine juristische Grauzone und verhindern so viele Gründungen oder erschweren noch mehr Menschen den Weg in die Selbstständigkeit.

Unternehmer und der 4-Stunden-Vollzeit-Job

Auf Ihrem Blog beschreibt Kathrin Franck (leider ist ihr Blog nicht mehr online) einen der schönsten Aspekte des Lebens als Selbständiger, der seine Arbeitszeit und den Arbeitsort relativ frei bestimmen kann, und sei es nur zeitweise. Einer der Schlüsselsätze ihres Blogbeitrags ist für mich:

Noch gravierender ist für mich, dass die früher so eisern erkämpfte und aufrecht erhaltene Trennung zwischen „Job“ und „privat“ im Grunde überflüssig geworden ist.

So schockierend es klingen mag, aber es stimmt: wer sich aus einer Passion heraus selbständig gemacht hat, und wenn der Beruf im Grunde ein Hobby geworden ist, sind die Grenzen zwischen Beruf und Privatleben fliessend, oft sogar verschwunden. Das eigene Geschäft sitzt immer im Kopf, man grübelt, tüftelt, plant beim Wäsche aufhängen, Geschirr abtrocknen und auf der sonntäglichen Radtour. Bevor sich nun jemand empört: meines Erachtens ist das als Arbeitnehmer häufig nicht großartig anders. Den Job hat man irgendwie auch als Angestellter immer im Handgepäck, sei es der Frust mit den Kollegen, die Aufregung vor der nächsten Präsentation oder die Strategie fürs nächste Personalgespräch. Der einzige Unterschied ist im Grunde, für wen oder was man das tut, was man tut, und wie frei man in der Wahl von Alternativen ist. Und wenn alles gut läuft, vielleicht sogar das, was am Monatsende auf dem Bankkonto ankommt. Aber das ist eine ganz andere Geschichte…

Nun klingt der 4-Stunden-Vollzeitjob erstmal paradiesisch. Nur noch halb so viel arbeiten, schon am Strand sitzen, wenn andere aus der Kantine in den täglichen Wahnsinn zurück schleichen. Das Leben endlich mal in vollen Zügen geniessen (mehr …)

Wachstumsbremse Buchhaltung?

Die Wirtschaftsprüfer von KPMG veröffentlichen auf Ihrer Web-Seite einen Artikel unter dem wunderschön plakativen Titel „Wachstumsbremse Buchhaltung“. Natürlich geht es darin nicht darum, dass die Buchhaltung als solche Unternehmen am wachsen hindert, sondern soll vor allem aufzeigen, dass es sinnvoll sein kann, das Thema Buchhaltung von externen Profis durchführen zu lassen.

Grundsätzlich unterschreibe ich diese These: wer sich mit der Buchhaltung aus Zeitgründen nicht auseinandersetzen kann oder mag, oder wer große Berührungsängste hat, weil er das Gefühl hat, er habe nicht das nötige Wissen, um die Bücher der Firma selbst zu führen, sollte sich dazu professionelle Hilfe von einem Steuerberater oder einem Buchhaltungsbüro holen.

Leider suggeriert auch dieser Artikel, dass das Leben als junges Unternehmen viel einfacher ist, wenn man sich um die Finanzen nicht kümmern muß. Spätestens hier sollte man jedoch aufhorchen. Wie so oft wird suggeriert, es sei alles in Butter, wenn ein Profi auf die Finanzen achtet, und man müsse sich dann um gar nichts mehr kümmern, könnte sich nun zu 100% der eigenen Geschäftsidee widmen.

Das ist ein – leider häufiger – fataler Fehler. Das schlimmste, was Sie als Gründer oder Unternehmer tun können, ist es, Ihre Belege schön brav an den Profi abzugeben, und den Betriebsauswertungsbogen des Steuerberaters brav und ungelesen abzuheften. Sie müssen diese Pegelstandsmeldungen möglichst gut verstehen und sie regelmässig prüfen, nicht nur, wenn größere Investitionsentscheidungen oder Neueinstellungen oder auch nur eine neue Werbekampagne ansteht.

Das heißt eben auch, sich mit den wichtigsten Kennzahlen vertraut zu machen, und diese in Ihre Entscheidungen einzubeziehen. Es reicht eben nicht, nur auf das Geschäftskonto zu schauen und zu prüfen, ob „genug“ drauf ist. Es reicht auch nicht, zu wissen, wie viel Umsatz Sie bisher in diesem Jahr gemacht haben, denn ohne zu wissen, wie hoch Ihre Ausgaben bisher waren und in den kommenden Monaten sein werden, ist völlig unklar, ob davon etwas übrig bleibt.

Die Antworten auf diese Fragen stecken überwiegend in Ihrer Buchhaltung. Hier finden Sie Ihre Umsätze, Kosten, Verpflichtungen der nächsten Zeit, Steuerschulden, Gewinn oder Verlust und vieles mehr. Sie ist schlicht und einfach der Schlüssel für jede unternehmerische Entscheidung, die irgendwie mit finanziellen Fragen zusammen hängen (und das ist der überwiegende Teil Ihrer Entscheidungen, von der Preisfindung für Ihr Angebot über eben Investitionen etc. bis hin zur Ausschüttung von Gewinnen an sich selbst).

Egal, ob Sie Ihre Buchhaltung selbst erledigen oder sie von einem Profi machen lassen, es ist nicht so, dass Ihnen Ihr steuerlicher oder kaufmännische Berater alles abnehmen kann. Natürlich können Sie sich auch in Fragen wie

  • Kann ich mir diese Investition jetzt leisten?
  • Tätige ich diese Investition leiber dieses Jahr oder später?
  • Kann ich Personal einstellen?
  • Kann ich mir selbst etwas auszahlen? Gibt es denn überhaupt Gewinne?

von einem Profi beraten lassen. Und in vielen Fällen sollten Sie das auch tun, wenn Sie kein Wirtschaftsprofi sind.

Aber andererseits brauchen auch diese Gespräche mit einem Profi Zeit und Vorbereitungsarbeiten, denn der Profi braucht – ebenso wie Sie – fundierte Zahlen und Pläne, um eine qualifizierte Aussage zu machen.

Wachstum heisst fast immer, Investitionen zu tätigen: mehr Personal, mehr Marketing, mehr Entwicklung, mehr Produktion, mehr Wasauchimmer. Wie könnte da die Buchhaltung eine Wachstumsbremse sein, wenn es nur auf ihrer Basis möglich ist, die richtigen Entscheidungen in Sachen Wachstum zu treffen?