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Die Länder haben 2016 rund 1,72 Mrd. Euro durch Umsatzsteuer-Sonderprüfungen eingetrieben

Vom Chefsessel in den Knast

Wie das Bundesfinanzministerium am 26.04.2017 mitteilt, wurden im Rahmen von Umsatzsteuer-Sonderprüfungen bei deutschen Unternehmen insgesamt Forderungen in Höhe von rund 1,72 Milliarden Euro zusammen getragen. Interessant dabei:

Die Ergebnisse aus der Teilnahme von Umsatzsteuer-Sonderprüfern an allgemeinen Betriebsprüfungen oder an den Prüfungen der Steuerfahndung sind in diesem Mehrergebnis nicht enthalten.

Daß sich diese Prüfungen für den Fiskus lohnen, wird nicht nur an der absoluten Summe von 1,7 Mrd. Euro klar. Bei insgesamt 85.681 druchgeführten Prüfungen macht das im Schnitt stark 20.000 Euro pro geprüftem Unternehmen.

Was ist eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung und wer muß damit rechnen?

Eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung kann jedem Unternehmer ins Haus flattern. Eine solche Sonderprüfung ist im Grunde eine Art der kurzfristigen Betriebsprüfung, bei der nur das Thema Umsatzsteuer im Fokus steht. Ihr Finanzamt kann eine solche Prüfung immer dann ansetzen, wenn es Ungereimtheiten in den ihm zur Verfügung gestellten Unterlagen findet, die auf einen (bewusst oder unbewusst) fehlerhaften Umgang mit der Umsatzsteuer hin deuten.

Es gibt keine offiziellen Angaben dazu, welche Hinweise das sein können. Das BMF sagt dazu nur so viel:

Umsatzsteuer-Sonderprüfungen werden unabhängig vom Turnus der allgemeinen Betriebsprüfung und ohne Unterscheidung der Größe der Betriebe vorgenommen.

Dennoch kann man sich ein paar sehr offensichtliche Dinge an fünf Fingern ausrechnen:

  • Sie sind Kleinunternehmer und machen Angaben zu Vor- oder Umsatzsteuer in einer Umsatzsteuer-Voranmeldung oder der Anlage EÜR
  • Ein Lieferant oder Kunde von Ihnen hatte eine Betriebsprüfung (oder eben auch eine Umsatzsteuer-Sonderprüfung) und es wurden Fehler in Ihren Rechnungen gefunden, die auf Fehler bei Ihnen hin deuten
  • Es gibt offensichtliche Diskrepanzen zwischen Ihrer UStVA und der zusammenfassenden Meldung bei Steuerbeträgen im Zuge des Reverse Charge-Verfahrens (Lieferungen und Leistungen im EU-Raum)

Zwar endet eine solche Prüfung eher selten so, wie auf unserem Beitragsbild, aber eine teure Angelegenheit kann es allemal werden, wenn sich Fehler im Umgang mit der Umsatzsteuer in der täglichen Praxis eingeschlichen haben. So prüft die Finanzbehörde in diesen Fällen nicht eine einzelne Rechnung nach, sondern einen Zeitraum von im Zweifel mehreren Jahren. So kommen schnell mal ein paar tausend Euro zusammen, die dann auch sofort fällig sind und obendrein mit einem Verzugszins von 6% p.a. zu verzinsen sind.

Eine gute Buchhaltungssoftware hilft, Fehler zu vermeiden

Die wichtigste Waffe gegen teure Fehler in Sachen Umsatzsteuer ist zunächst einmal, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Sie sollten als Unternehmer auf jeden Fall darauf achten, welche Angaben auf einer Rechnung unbedingt stehen müssen, damit sie nicht zu beanstanden ist. Diese Mindestangaben müssen Sie nicht nur selbst auf Ihren Ausgangsrechnungen machen, sondern auch bei Ihren Eingangsrechnungen prüfen und Ihren Lieferanten ggf. bitten, die Rechnung zu korrigieren.

Der späteste Zeitpunkt, zu dem Sie eine Rechnung prüfen sollten, ist, wenn Sie eine Ausgangsrechnung absenden, bei Eingangsrechnungen ist dies der Moment, in dem Sie diese Verbuchen. Aber keine Angst: Sie entwickeln sehr schnell einen Blick dafür, ob alle wichtigen Angaben auf der Rechnung sind. Ein absoluter Warnhinweis ist, wenn Sie beim Verbuchen einer Rechnung nicht alle Eingaben machen können, um einen korrekten Buchungssatz zu erfassen.


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Besondere Vorsicht bei EU-Geschäften

Die EU hat eine recht interessante Vorstellung davon, wie Umsatzsteuer im grenzüberschreitenden zu behandeln ist. Leider bedeutet das für Unternehmer auch, dass sie neben der UStVA unter gewissen Umständen einen weiteren Bericht ans Finanzamt abliefern müssen, die zusammenfassende Meldung innergemeinschaftlicher Lieferungen und Leistungen. Aber auch die UStVA wurde für dieses Reverse Charge-Verfahren um einige Felder erweitert, um die entsprechenden Angaben zu machen.

Bevor Sie nun denken, Sie haben keine EU-Geschäfte, da Ihre Lieferanten und Kunden alle in Deutschland sind, sollten Sie sich einmal unseren Artikel dazu durchlesen. Sie bestellen ab und an mal etwas bei einem großen INternet-Händler oder schalten Online-Werbung? Zack, schon haben Sie möglicherweise innergemeinschaftliche Umsätze, da Sie eine Rechnung aus Irland oder Luxemburg erhalten…

Kontolino! unterstützt Sie beim Ausfüllen und dem online-Versand sowohl der Umsatzsteuer-Voranmeldung als auch der Zusammenfassenden Meldungen. Beide sind in einem Klick zusammengestellt und können mit einem zweiten Mausklick direkt online versandt werden. EU-Umsätze sind damit ihren Schrecken los.

Ein Umstieg auf Kontolino! kann helfen, teure Fehler in Sachen Umsatzsteuer zu vermeiden. Deswegen laden wir Sie herzlich ein, unsere Buchhaltungssoftware in der Cloud 2 Monate lang kostenlos und unverbindlich zu testen.


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um 08:58:17

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Warum das Safe Harbor-Urteil für Kontolino! – Kunden keine Auswirkungen hat

Der europäische Gerichsthof hat vor wenigen Tagen eine sehr wichtige Grundsatzfeststellung getroffen, die in der IT-Industrie weitreichende Konsequenzen haben wird. Kurz gefasst hat der EuGH fest gestellt, daß das Safe Harbor – Abkommen zwischen der EU und den USA nicht gültig ist, und die Speicherung personenbezogener Daten auf Servern in den USA nicht zulässig ist, da diese Daten grundsätzlich nicht als geschützt anzusehen sind.

Patrick Beuth fasst in seinem Artikel auf zeit.de einen zentralen Punkt des Urteils sehr passend zusammen und zeigt damit ein grundlegendes Dilemma auf, vor dem internationale Cloud-Anbieter nun stehen:

Das bedeutet: So lange US-Gesetze wie der Patriot Act über allem stehen und US-Behörden deshalb problemlos auf jede Art von Nutzerdaten aus der EU zugreifen dürfen, verletzt auch jede Safe-Harbor-Alternative „den Wesensgehalt der EU-Grundrechtecharta“.

Niemand darf also ungefragt Daten seiner Nutzer aus den Staaten der EU in die USA übertragen, wer es dennoch tut, verletzt Grundrechte der EU-Bürger.

Nun gibt es viel Diskussion darum, ob das letztendlich nur zu einem weiteren Wegklick-Button führen wird, den jeder Cloud-Nutzer genausowenig beachten wird, wie die AGB eines Diensteanbieters. Vermutlich wird es tatsächlich darauf hinauslaufen, dass Nutzer von Facebook und Co. dem Verzicht auf ihre Grundrechte zustimmen müssen, um Nutzer zu werden. Unklar ist, ob man auf Grundrechte verzichten kann. Die juristische Aufarbeitung dieser Frage wird sicher noch ein paar Jahre dauern.

Einstweilen sollten wir uns jedoch fragen, welchem Online-Anbieter wir unsere Daten anvertrauen möchten.

Wir bei Kontolino! haben von Anfang an darauf Wert gelegt, dass wir uns ein Rechenzentrum als Hosting-Partner aussuchen, das seine Server ausschließlich in Deutschland betreibt. Darauf sind wir als Dienstleister im Thema Buchhaltung nicht zuletzt wegen der GoBD verpflichtet, die ein Verbringen von Buchhaltungsdaten und Belegen ins Ausland explizit untersagen. Auch das EU-Ausland.

Unsere Kunden sind also dem Finanzamt gegenüber verpflichtet, ihre Buchungssätze und Belege auf einem Server in der Bundesrepublik zu speichern und zu archivieren.

Deswegen sind Sie bei Kontolino! auf der sicheren Seite. Wir betreiben Kontolino! auf deutschen Servern und sichern unsere Datenbestände auch auf Sicherungsmaschinen, die ebenfalls in Deutschland untergebracht sind. Wir haben uns ganz bewusst gegen oft deutlich preisgünstigere Cloud-Dienstleister entschieden, bei denen der Serverstandort nicht garantiert in Deutschland ist oder aber völlig unklar ist, wo die Server letztendlich stehen. Kontolino!-Kunden waren also zu keinem Zeitpunkt vom Safe Harbor -Abkommen betroffen.

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um 02:24:05

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Warum auch Freiberufler und Selbständige mit Reverse Charge zu tun haben

Web-Designer, IT-Freiberufler, Grafiker oder auch kleine Einzelhändler und so ziemlich jeder Selbständige kommt, wenn er nicht gerade unter die Kleinunternehmerregelung fällt und daher das Thema Umsatzsteuer komplett ignorieren kann, in Berührung mit dem Thema Reverse Charge – Verfahren. Dabei ist diese umgekehrte Umsatzsteuerpflicht im EU-Wirtschaftsraum keine exotische Regelung, sondern gehört inzwischen in fast jeden unternehmerischen Alltag.

Was ist Reverse Charge?

Der Begriff Reverse Charge bedeutet zunächst einmal nur „umgekehrte Steuerpflicht“ und bezeichnet den Umstand, daß bei grenzüberschreitenden Handelsgeschäften zwischen 2 Firmen innerhalb der EU Steuerlast für die Umsatzsteuer immer beim Abnehmer liegt.

In diesem Zusammenhang spricht der Gesetzgeber von innergemeinschaftlichen Erwerben, wenn ein in Deutschland ansässiger Unternehmer etwas aus dem EU-Aulsand kauft. Innergemeinschaftliche Lieferungen liegen vor, wenn ein deutsches Unternehmen ins EU-Ausland verkauft und in Rechnung stellt.

Ein verwirrendes Detail an dieser Stelle ist die Tatsache, dass man als steuerpflichtiger Abnehmer zwar die Steuerlast hat, jedoch die entstehende Umsatzsteuer – wie im inländischen Geschäftsverkehr – sofort wieder als Vorsteuer geltend machen kann.

Für den einzelnen Unternehmer ist die Sache also erstmal kostenneutral, und könnte auch als erledigt betrachtet werden.

Wäre da nicht ein kleiner Haken: die EU-Staaten verrechnen sich diese Steuern untereinander und verpflichten daher ihre Steuerpflichtigen dazu, diese eigentlich gar nicht bezahlte Steuer zu berichten.

Für Selbständige in Deutschland heißt das:
Der Empfänger einer Lieferung oder Leistung muss seine innergemeinschaftlichen Erwerbe in der monatlichen oder quartalsweisen Umsatzsteuer-Voranmeldung angeben.
Ein Lieferant, der ins EU-Ausland verkauft, muss ab 2000 Euro Umsatzsteuer pro Berichtszeitraum (meist ein Quartal) zusätzlich eine detaillierte so genannte zusammenfassende Meldung ans Bundeszentralamt für Steuern einreichen, in dem sämtliche Lieferungen an umsatzsteuerpflichtige Unternehmen in der EU aufgelistet sind, inklusive der Umsatzsteuer-ID des Abnehmers.
Genauere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Handbuch unter Umsatzsteuer im EU-Wirtschaftsraum.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die Tatsache, daß die EU-Umsatzsteuer von keinem der beiden beteiligten Unternehmer tatsächlich bezahlt wird, verleitet dazu, die Sache etwas salopper zu sehen. Eine Steuer, die in der Praxis sofort wieder abgezogen wird, wenn sie entsteht, klingt zunächst einmal so, als wenn man die Sache einfach ignorieren könnte. Was das Finanzamt nicht sieht, und wofür ich keine Zahlungspflicht habe, ist doch irrelevant, mag mancher denken. Und wegen ein paar Euro Vorsteuer muss sich doch keiner aufregen, wenn sie sowieso nicht fließen.

Aber: nur weil Sie die Steuer nicht bezahlen, heißt das nicht, dass der Staat nicht Steuereinkünfte aus diesem Geschäft hätte. In der bilateralen Verrechnung der Umsatzsteuern zwischen den EU-Staaten kommen durchaus Summen zusammen, die beeindruckend sind. Reine Schikane ist die ganze Revers Charge – Sache nämlich nicht.

Und weil durch die vielfältigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der EU wirklich große Summen an Umsatzsteuer zusammen kommen, führt auch der deutsche Fiskus regelmäßig Steuerprüfungen speziell zum Thema Umsatzsteuer durch, bei denen natürlich auch die korrekte Abwicklung der Mehrwertsteuer im EU-Kontext geprüft wird. Damit sind sicher die teils beeindruckenden Summen an Nachforderungen aus diesen Nachprüfungen zu erklären.


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Generell müssen Sie damit rechnen, daß, wenn Sie bei der Behandlung der Umsatzsteuer etwas falsch machen (also z.B. vergessen haben, die Umsatzsteuer-ID Ihres Kunden auf einer Rechnung zu vermerken), Sie derjenige sind, auf den der Fiskus zukommt, um zu wenig bezahlte Umsatzsteuer nachzuzahlen. Das Finanzamt hat ja keinen Zugriff auf eine Firma im Ausland und hält sich daher an seinen eigenen Pappenheimern schadlos.

Reverse Charge geht fast jeden Selbständigen an

„Ich mache doch keine Geschäfte mit dem Ausland“, sagt sich so manch einer. Aber auf den zweiten Blick erweist sich das als Trugschluss. Hier ein paar Beispiele für Einkäufe, die unter diese Regelung fallen, und die ziemlich verbreitet sind:

  • Werbungsanzeigen bei Google AdWords werden aus Irland in Rechnung gestellt.
  • Amazon verkauft seine Download-Produkte (Musik, aber eben auch Kindle-Bücher, z.B. Fachbücher) aus Luxemburg (über den steuerlich ganz eigenen Kosmos von Amazon haben wir auch schon mehrfach sinniert).
  • Die Amazon-Cloud-Serverdienste (AWS, S3 etc.) und auch das Hosting bei einigen preisgünstigen Webhostern werden aus dem EU-Ausland erbracht und in Rechnung gestellt
  • Applications aus dem Mac App Store oder iOS App Store sowie iBooks fallen unter Reverse Charge (Irland)

Dies ist beileibe keine abschließende Liste. Fast jeder Internet-Riese hat seinen steuerlichen Sitz außerhalb Deutschlands in einem „billigeren“ EU-Land. Natürlich fallen auch alle Einkäufe, die Sie bewusst bei einem ausländischen Unternehmen tätigen, unter diese Regelung.

Generell erkennen Sie Umsätze nach dem Reverse Charge Verfahren an einem Zusatz auf der Rechnung, der auf die Steuerlast des Empfängers hinweist, z.B. „Reverse Charge“ oder „Steuerpflicht des Abnehmers“.

Umgekehrt haben Sie natürlich auch mit Reverse Charge zu tun, wenn Sie Dienstleistungen an Unternehmen im EU-Ausland erbringen oder Waren ins Ausland liefern, also so genannte innergemeinschaftliche Lieferungen tätigen. Dementsprechend müssen auch Sie Ihre Rechnungen mit dem entsprechenden Hinweis auf das Reverse Charge-Verfahren versehen (s.o.).

Keine Hexerei: UStVA und Zusammenfassende Meldung

Die Abwicklung von Reverse  Charge in der Buchhaltung ist – auch wenn das alles hier erstmal bedrohlich klingt – nicht wirklich kompliziert. Mit ein wenig Unterstützung Ihrer Buchhaltungssoftware geht es sogar ganz einfach.

Hier ein kleiner Leitfaden am Beispiel von Kontolino!

Erhalten Sie eine Rechnung von einem Lieferanten aus dem EU-Ausland und ist darauf der Zusatz „Steuerlast des Empfängers“ zu finden, wählen Sie als Umsatzsteuersatz den Eintrag „Innergemeinschaftlicher Erwerb“. Bei Verkäufen ins EU-Ausland verbuchen Sie die Mehrwertsteuer mit Hilfe des Codes „Innergemeinschaftlicher Lieferung“ und erfassen die Umsatzsteuer-ID Ihres Kunden.

Alles andere macht die Software für Sie: Die Zahlen werden korrekt in die Umsatzsteuer-Voranmeldung aufgenommen, und auch die Zusammenfassende Meldung wird vollständig aus den Buchungen zusammengestellt. Das Absenden der Meldungen ist dann nur noch ein Mausklick per ElsterOnline-Schnittstelle – vollautomatisch und in Sekundenschnelle.

Fazit

Nehmen Sie Reverse Charge ernst. Zwar ergibt sich für Sie keine direkte Steuerlast aus innergemeinschaftlichen Erwerben, aber für den Staat entsteht damit ein Anspruch auf Steuer aus einem EU-Partnerland. Dementsprechend wenig Spaß versteht ein Betriebsprüfer bei Fehlern, wie man an der kürzlich verkündeten Summe von über 2 Mrd. Euro aus Umsatzsteuerprüfungen in 2014 gut erkennen kann.

Bei der Verbuchung Ihrer Umsätze ist die Erfassung von Reverse Charge nicht besonders schwer, wenn Sie die richtige Software nutzen bzw. sich mit deren Funktionen vertraut machen. Damit können Sie Sich vor teuren Fehlern bei der Umsatzsteuer schützen ohne Mehraufwand für die Verbuchung zu haben. Mit der richtigen Software sind die entsprechenden Berichte ans Finanzamt mit wenigen Mausklicks erledigt und die Angaben in der UStVA sind automatisch korrekt aufgeführt.

Wir laden Sie ein, sich ein Bild von unserer Software zu machen. Testen Sie Kontolino! 2 Monate lang kostenlos und probieren Sie auch unsere Unterstützung des Reverse Charge – Verfahrens in der UStVA aus.

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um 11:38:19

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Übersicht zu den neuen Umsatzsteuer-Regeln für elektronische Dienstleistungen in der EU

Willkommen im neuen Jahr. Leider bringt dieses neue Jahr 2015 so einiges an Neuerungen für Unternehmen und Selbständige in der EU, was die Behandlung der Mehrwertsteuer für so genannte elektronische Dienstleistungen angeht.

Auf den ersten Blick mögen die neuen Regelungen so aussehen, als wenn sie einen Metzgermeister, Bäcker, Gastwirt oder IT-Freiberufler nicht interessieren. Das kann aber sehr schnell ein Trugschluss sein, denn auch, wenn man selbst keine e-Books verkauft oder Software zum Download anbietet, keinen Web-Service bereitstellt und auch keine Lieder komponiert und kostenpflichtig streamt, ist man ja vielleicht durchaus Kunde von solchen elektronischen Dienstleistungen, die aus dem EU-Ausland geliefert werden.

Und schon ist man mitten drin, im neuen Zirkus der Reverse-Charge-Artisten und muss Gedanken machen. Selbst, wenn man einfach nur Werbung im Internet schaltet, kann man von der neuen Regelung betroffen sein.

Die Europäische Kommission hat eine sehr schöne Übersichtsseite zu den Neuerungen online gestellt, die man zumindest einmal überfliegen sollte, wenn man als Anbieter oder Kunde von elektronischen Dienstleistungen agiert.

Die wichtigsten Grundpfeiler dieser Regelung sind:

  • Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und elektronisch erbrachte Dienstleistungen werden zukünftig im Land des Empfängers mit der dort gültigen Mehrwertsteuer belegt.
  • Der Verkäufer hat dafür Sorge zu tragen, die Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen, und mit der Finanzbehörde des Empfängerlandes abzurechnen
  • Die EU-Länder haben zur Vereinfachung dieser Regelung den so genannten Mini-One-Stop-Shop eingerichtet, eine Anlaufstelle in allen Ländern, mit denen Verkäufer, die in diesen Ländern ansässig sind, den Umgang mit allen anderen EU-Ländern abnimmt.
  • Für diese Anlaufstelle muss sich ein Verkäufer registrieren
  • Die Meldungen an diesen One-Stop-Shop sind elektronisch abzugeben
  • Für Käufer ist vor allem wichtig, spätestens jetzt eine Umsatzsteuer-ID zu beantragen und diese an Lieferanten im EU-Ausland weiter zu geben
  • Käufer von diesen Dienstleistungen müssen die Steuer, die aus diesen Käufen anfallen, in der Umsatzsteuer-Voranmeldung aufführen und ab einem gewissen Gesamtbetrag der anfallenden Umsatzsteuer eine Zusammenfassende Meldung abgeben

Als Kontolino!-Kunde sind Sie als Kunde von betroffenen Dienstleistungen auf der sicheren Seite: Wir sind auf das Verfahren vorbereitet, denn es ist im Wesentlichen genau gleich, wie die Reverse-Charge-Behandlung von Gütern innerhalb der EU. Kontolino! unterstützt sowohl die korrekte Umsatzsteuer-Voranmeldung als auch die Zusammenfassende Meldung für diese Geschäfte.

Mehr Info zu Reverse-Charge und der Unterstützung in Kontolino! finden Sie in unserer online-Dokumentation.

 

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um 12:11:12

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Neuregelung ab 01.01.2015 zur Behandlung der Umsatzsteuer im Außenhandel

Für den Bereich der Telekommunikationsdienstleistungen, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und elektronisch erbrachte Dienstleistungen tritt zum 01.01.2015 ein neues Gesetz in Kraft, das die Behandlung der Umsatzsteuer neu regelt. In Zukunft ist der Ort des Leistungsempfängers ausschlaggebend und nicht mehr der Ort des Leistungserbringers, d.h.

Ab dem 1. Januar 2015 werden Telekommunikationsdienstleistungen, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen sowie elektronisch erbrachte Dienstleistungen

immer im Land des Dienstleistungsempfängers besteuert

– unabhängig davon, ob es sich bei dem Dienstleistungsempfänger um ein Unternehmen oder einen Verbraucher handelt

– unabhängig davon, ob der Dienstleistungserbringer seinen Sitz innerhalb oder außerhalb der EU hat.

An einem Beispiel: Bietet ein deutsches Unternehmen im Internet ein e-book an das von einem französchem Privatkunden gekauft wird, dann muss der deutsche Unternehmer in Frankreich die französische Umsatzsteuer bezahlen.

Mehr Beispiele und Informationen findet man auf der Internet-Seite der Europäischen Kommission Steuern und Zollunion.

Das hätte zur Folge, dass jedes Unternehmen, das Telekommunikationsdienstleistungen, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und elektronisch erbrachte Dienstleistungen in allen EU-Ländern anbietet, sich in jedem EU-Land registrieren lassen müsste, um dort die Umsatzsteuer abführen zu können. Um dies zu vereinfachen gibt es die Möglichkeit sich nur in einem EU-Land zu registrieren über die Anlaufstelle die den Namen „Kleine einzige Anlaufstelle“ (KEA) oder „Mini-one-stop-shop“ trägt. Dann übernimmt diese Anlaufstelle die Weiterüberweisung der angefallenen Umsatzsteuer zwischen den EU-Ländern. Für die Registrierung gibt es einen eigenen Leitfaden von der Europäischen Kommission Steuern und Zollunion.

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um 02:15:51

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Neue Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen ab 1.1.2014

Ab dem 1.1.2014 ändert sich auch in Sachen Reisekosten eine ganze Menge. Bei den so genannten Verpflegungsmehraufwendungen, also den Pauschalbeträgen, die für die Kompensation von Mehrkosten bei Auswärtstätigkeiten angesetzt werden können, ändern sich einige Beträge, vor allem aber der Modus, nach dem sich die Pauschale an Tagen berechnet, an denen ein Unternehmer oder Arbeitnehmer weniger als 24 Stunden nicht an der „ersten Arbeitsstätte“ tätig ist.

Bis 31.12.2013 gab es hier drei Stufen: Abwesenheit ab 8 Stunden, ab 14 Stunden und volle 24 Stunden Abwesenheit pro Kalendertage (also von 0:00 bis 24:00 Uhr) von zuhause bzw. der ersten Tätigkeitsstätte.

Ab dem 1.1.2014 gibt es nur noch 2 Abstufungen: Ab 8 Stunden und volle 24 Stunden. Dabei wird der An- oder Abreisetag zu einem entfernten Arbeitsort als ein Tag ab 8 Stunden gerechnet.
Bei Reisen im Inland wurden die Pauschalbeträge auf 12 und 24 Euro festgesetzt.

Ob sich diese Änderung im Einzelnen positiv oder negativ auswirkt, hängt nun natürlich von der jeweiligen Situation ab.

Klar ist zunächst, dass für Reisen, die weniger als 8 Stunden dauern, weiterhin keine Verpflegungsmehraufwendungen absetzbar sind. Auch bei vollen Kalendertagen am Zielort ergibt sich keine Änderung.
Weit weniger klar stellt sich dies bei den An- und Abreisetagen bei mehrtägigen Reisen dar. Ganz klar vorteilhaft ist die Neuerung bei einer Anreise am Vorabend des ersten Arbeitstages am Zielort. Das selbe gilt, wenn Sie nach einem Auswärtseinsatz zunächst übernachten und am nächsten Tag zurückreisen. Der An- und Abreisetag ist nun automatisch wie ein Tag ab 8 Stunden Abwesenheit zu behandeln, auch wenn man z.B. erst abends um 20:00 aufbricht.  Für Leute, die am Morgen des ersten Arbeitstages abreisen und am letzten Tag nach getaner Arbeit wieder die Heimreise antreten, bleibt alles beim Alten.

Die amtliche Liste der Verpflegungsmehraufwendungen sind beim Bundesministerium für Finanzen auf dieser Seite abrufbar. In diesem Dokument finden Sie auch alle Pauschalen für Auslandsreisen.

Eine weitere wichtige Änderung für 2014 ist der Wegfall eines Übernachtungspauschbetrages für Unternehmer. Es können nur noch tatsächliche Übernachtungskosten angesetzt werden.

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um 08:24:57

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Mehrwertsteuer bei Kindle-Fachbüchern

Wer seine (Fach-)Bücher gerne elektronisch liest, spart vor allem auch auf Dienstreisen eine Menge Gepäck und Zeit. Praktisch sind sie, diese kleinen e-Reader und beliebt sowieso.

Für Bücher, die aus beruflichen Gründen gelesen werden, ist vor allem bei Kindle-Büchern aus dem Hause Amazon ein Problem besonders ärgerlich: man hat ohne eigenes Zutun keinen Beleg vorliegen, der für den Abzug von Betriebsausgaben geeignet wäre. Zudem ist auf den Abrechnungen, die man in seinem Amazon-Konto abrufen kann, keine Mehrwertsteuer ausgewiesen. Als Buchungsbeleg ist dies also völlig ungeeignet.

Um also für den Kauf eines Kindle-Buches einen vernünftigen Beleg zu bekommen, der zumindest halbwegs als Nachweis betrieblich veranlasster Ausgaben durchgehen kann, muss man sich per Mail an die Adresse kindle-mehrwertsteuer@amazon.de mit dem Betreff „Rechnungsanforderung“ wenden, und darin folgende Angaben machen:

  1. Ihre Privatanschrift (Amazon will hier explizit keine Firmenadressen haben)
  2. Bestellnummern Ihrer Kindle-Einkäufe

Amazon sendet Ihnen dann „innerhalb weniger Tage“ eine Rechnung auf dem Postweg zu. Meiner Erfahrung nach funktioniert das problemlos und geht tatsächlich fix.

Das dicke ABER kommt aber noch: Da Amazon die Rechnung ja nur an Privatleute ausstellt, ist diese ganze Sache trotzdem irgendwie seltsam und befindet sich m.E. in einer steuerrechtlichen Grauzone für gewerbliche Kunden.

Die Rechnung kommt dann von Amazon in Luxemburg. Luxemburg ist ja in der EU und damit sollte hier eigentlich das Reverse-Charge-Verfahren für die Mehrwertsteuer zum Zuge kommen. Normalerweise würde ein Geschäft zwischen einem Lieferanten in Luxemburg und seinem Kunden in Deutschland folgendermassen ablaufen:

  1. deutscher Kunde bestellt bei Lieferant in Luxemburg und gibt seine Umsatzsteuer-ID an
  2. Lieferant stellt Rechnung ohne Mehrwertsteuer aus und gibt die Umsatzsteuer-ID des Kunden auf der Rechnung an
  3. Kunde bezahlt nur den Netto-Betrag (Stichwort: Innergemeinschaftlicher Erwerb)
  4. Lieferant gibt seine Umsatzsteuern aus innergemeinschaftlichen Lieferungen an seine nationale Steuerbehörde weiter

Amazon will sich offenbar vor allem die Sache mit dem Reverse-Charge Verfahren und den entsprechenden Meldepflichten etc. sparen. Verständlich, aber irgendwie auch ein bisschen ärgerlich, denn für den Kunden hat dies diverse Auswirkungen.

  1. Die wichtigste Konsequenz hier ist zunächst, dass die Mehrwertsteuer nicht als Vorsteuer abziehbar ist. Als Kunde muss man also den vollen Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer als Betriebsausgabe ansetzen.
  2. Also wird auch der Bruttobetrag der Rechnung als Betriebsausgabe verbucht (KEIN innergemeinschaftlicher Erwerb!), gerade so, als wenn Sie einen Einkauf vor Ort im Ausland getätigt hätten

Normaler Weise sind Vorsteuern ja durchlaufende Posten, das heisst, als Gewerbetreibender bezahlt man in der Regel keine Umsatzsteuer, da man sie ja als Vorsteuer mit der Umsatzsteuer verrechnen kann. Bei Einkäufen im EU-Ausland würden sie normaler Weise noch nicht einmal in Rechnung gestellt (Reverse Charge-Verfahren). Das geht aber nur dann, wenn auf der Rechnung die Umsatzsteuer-ID des Kumten steht, was Amazon aber explizit verweigert.

Also bedeutet das, dass die Mehrwertsteuer für Kindle-Fachbücher schlichtweg ein Geschenk des Unternehmers an die luxemburgischen Steuerbehörden sind – vermittelt durch Amazon.

Der einzige Trost hier ist, dass auch die luxemburgische Mehrwertsteuer als Betriebsausgaben gelten, und somit zumindest auch den Gewinn des Unternehmens schmälern. Der deutsche Fiskus/Steuerzahler subventioniert also den luxemburgischen Staat mit.

Genau das ist es, was mir bei der ganzen Sache Bauchweh bereitet. Was, wenn der deutsche Fiskus eines Tages feststellt, dass das ganze eigentlich so nicht in Ordnung ist? Was, wenn der Betriebsprüfer in ein paar Jahren alle meine Kindle-Käufe aus den Betriebsausgaben streicht, weil die Belege so nicht korrekt sind?

Unser Tipp: erkundigen Sie sich beim e-Book-Händler Ihres Vertrauens explizit nach dem Ausweis der Mehrwertsteuer auf den Kaufbelegen. Wir selbst haben einmal bei einem großen deutschen Versender angefragt, und dort wurde uns die Auskunft erteilt, für e-books werde  eine ganz normale Rechnung mit Mehrwertsteuer erstellt, genau so wie für alle anderen Artikel aus dem Shop. Alles andere wäre auch seltsam gewesen…

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um 06:59:34

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SEPA-Lastschriften online: Ein gutes Ende?

Endlich gute Nachrichten: Die SEPA-Lastschrftmandate müssen nun doch nicht nicht in Papierform erteilt werden.

Eigentlich sollte im Zusammenhang mit der Umstellung auf den einheitlchen Euro-Zahlungsverkehrsraum (Single Euro Payments Area – SEPA) für eine Lastschrift ein sogenanntes Online-Mandat in Schriftform erforderlich sein, damit der Betreiber eines Internet-Shops bei der Bank des Kunden Geld abbuchen darf. Das hätte einen hohen Mehraufwand für Kunden und Shopbetreiber nach sich gezogen, jeder zehnte Online-Händler wollte laut Umfragen die Lastschrift als mögliches Bezahlverfahren in seinem Webshop abschaffen.

Genau das hatten wir auch vor: einen Launch von Kontolino! ohne Lastschriften…
Das sind natürlich erstmal tolle Nachrichten. Es kann also auch ab Februar 2014 weiterhin per Checkbox oder Mausklick ein Lastschriftmandat erteilt werden, und die Beweislast und das Risiko liegt vor allem beim Zahlungsempfänger. Das ist für den Handel im Internet eine gute Nachricht.

Und doch, es bleibt ein bitterer Beigeschmack. So liest man da im Protokoll der 8. Sitzung des SEPA-Rates (PDF):

Darüber hinaus sind sich alle Teilnehmer im SEPA-Rat einig, dass mittelfristig eine nutzer- freundliche europaweite Lösung zur beweissicheren elektronischen Erteilung von Lastschriftmandaten im Internet notwendig ist. Die Deutsche Kreditwirtschaft wird sich hierfür im EPC weiterhin einsetzen.

Wenn ein Gremium auf EU-Ebene von nutzerfreundlich und europaweit spricht und im selben Satz beweissicher einstreut, kommen mir Zweifel, ob da was gutes bei herauskommen wird.

Für uns heisst das aber erstmal, dass wir schnellstmöglich wieder die Zahlungsweise Lastschrift in Kontolino anbieten werden, denn hier in Deutschland ist diese Abwicklungsart einfach sehr beliebt: keine Zusatzkosten, keine dritten Mitverdiener, einfacher Widerruf und einfache Abwicklung. Auch, wenn man in anderen Ländern über die Lastschrift den Kopf heftig schüttelt, wir haben sie sehr lieb gewonnen, und verglichen mit der EC- oder Kreditkarte treten relativ wenig Probleme mit Missbrauch auf. Der Weg einer Zahlung ist klar nachvollziehbar und ein unzufriedener Kunde kann einfach sein Geld zurückfordern – ganz ohne langwierige Prozesse. Ich würde das bewährt und zuverlässig nennen.

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