Wie werden Gewinne versteuert?

Wer in Deutschland Einkünfte erzielt, muss diese auch versteuern. Das gilt für Arbeitnehmer ganz genauso wie für Selbständige und Unternehmer.

Oder wie es das Bundesfinanzministerium so schön formuliert:

Einkommensteuer hat grundsätzlich jeder zu zahlen, der in der Bun­desrepublik Deutschland seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat.

Als Selbständiger – egal ob hauptberuflich oder nebenbei – hat man also genau wie jeder andere Steuerbürger eine Steuererklärung abzugeben und kann zur Leistung von Vorauszahlungen auf die zu erwartende Einkommensteuer des laufenden Jahres aufgefordert werden.

Zunächst stellt sich jedoch die Frage, wie der Staat bzw. Ihr zuständiges Finanzamt die Höhe der Steuer ermittelt und festsetzt.

Der Gesetzgeber teilt das Einkommen seiner Steuerbürger in folgende Einkunftsarten auf:

  • Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft (§§ 13-14 EStG)
  • Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb (§§ 15-17 EStG)
  • Einkünfte aus selbstständiger Arbeit (§ 18 EStG) bei Freiberuflern
  • Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit (§§ 19-19a EStG)
  • Einkünfte aus Kapitalvermögen (§ 20 EStG)
  • Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung (§ 21 EStG)
  • Sonstige Einkünfte (§§ 22 und 23 EStG)
Ermittlung des zu versteuernden Einkommens. Quelle: Bundesfinanzministerium

Ermittlung des zu versteuernden Einkommens. Quelle: Bundesfinanzministerium

 

Nach Ablauf eines Kalenderjahres muss jeder, der Einkünfte dieser Art erzielt hat, eine Einkommensteuererklärung abgeben. Diese Pflicht trifft insbesondere diejenigen, deren Einkommen nicht hauptsächlich aus nichtselbständiger Arbeit stammt.

Als Unternehmer bzw. Selbständiger (auch, wenn Sie nur neben dem Hauptberuf her ein Geschäft betreiben) müssen Sie also die Gewinne aus Ihrer Tätigkeit als Einkünfte aus Gewerbebetrieb oder Selbständiger Arbeit in der Einkommensteuererklärung angeben.

Wird ein Unternehmen von mehreren Gesellschaftern betrieben, muss jeder Gesellschafter seinen Anteil an den Gewinnen versteuern und dementsprechend muss jeder Inhaber auch seine Einkünfte in der Einkommensteuererklärung angeben.

Je nachdem, wie umfangreich ein Unternehmen ist, gelten unterschiedliche Vorschriften darüber, wie die Einkünfte aus Gewerbebetrieb zu ermitteln sind, und in welcher Form der Nachweis über die Höher der Einkünfte zu führen ist. Für sehr kleine Unternehmen mit geringen Umsätzen und Gewinnen reicht eine einfache Gegenüberstellung der Betriebseinnahmen und den Kosten. Je mehr Sie mit Ihrem Unternehmen umsetzen, desto genauer sind die Geschäftsvorfälle aufzuzeichnen und nach verschiedenen Gesichtspunkten differenziert anzugeben.

Mehr Details zu einzureichenden Unterlagen finden Sie auf unserer Seite „Welche Unterlagen muss ein Unternehmer beim Finanzamt vorlegen?

Weitere Steuern für Unternehmen

Neben der Einkommensteuer müssen Unternehmer unter Umständen weitere Steuern bezahlen. Die wichtigsten Steuern für kleinere und mittlere Unternehmen sind

  • Mehrwertsteuer, sofern der Jahresumsatz über 17.500 € liegt
    Weitere Informationen zur Mehrwertsteuer finden Sie auch in unserer Dokumentation.
  • Gewerbesteuer, ab einem Jahresgewinn von 24.500 € bei Gewerbebetrieben

Hier gelten gesonderte Melde- und Zahlungsverfahren.