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um 10:46:06

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Steuer

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2 Kommentare


Aufmerksamkeiten an Mitarbeiter: ab 2015 neue Betragsgrenzen

Im Bundesrat wurden die Lohnsteueränderungsrichtlinien für das Jahr 2015 (LStÄR 2015) durchgewunken. Darin enthalten ist eine Anhebung der  Grenzbeträge für die Lohnsteuerpflicht von Aufmerksamkeiten, Arbeitsessen und Zuwendungen bei Betriebsveranstaltungen.

Änderungen bei Aufmerksamkeiten und Arbeitsessen

Bisher (also bis Ende 2014) waren Sachzuwendungen und Aufmerksamkeiten an Mitarbeiter  mit einem Wert von bis zu 40 EUR nicht Lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.  Ab 1.1.2015 wird diese Freigrenze auf 60 EUR erhöht (R 19.6 Abs. 1 LStÄR 2015 „Aufmerksamkeiten“). Wichtig dabei: hier wird stets der Bruttobetrag, also inklusive Mehrwertsteuer zugrunde gelegt.

Unter diesen Sachzuwendungen sind alle nicht-monetären Zuwendungen zu verstehen, die ein Arbeitgeber seinem Mitarbeiter (oder einem Angehörigen des Mitarbeiters)anlässlich  eines persönlichen Ereignisses (z. B. Geburtstag, Hochzeit, Geburt eines Kindes) zukommen lässt.

Auch bei Betriebsveranstaltungen, also von der Firma organisierten Feierlichkeiten anlässlich von

  • Betriebsjubiläen
  • Neueinstellung oder Ausscheiden eines Mitarbeiters
  • Firmenjubiläum
  • Weihnachtsfeiern o.ä.

Wird zum Jahresbeginn 2015 die Freigrenze für die Lohnsteuerpflicht  für Sachzuwendungen angehoben. Galten hier bisher (bis Ende 2014) 110,- Euro (brutto) als Obergrenze, werden ab 2015 maximal 150,- Euro pro Mitarbeiter (inklusive eventuell mit eingeladener Familienmitglieder) steuerfrei akzeptiert.

Der Arbeitgeber kann hier, z.B. für gesonderte Ehrungen einzelner Mitarbeiter im Rahmen der Betriebsveranstaltung, sogar noch etwas drauflegen:
Werden im Rahmen der Veranstaltung einzelne Mitarbeiter gesondert beschenkt, können diese Zuwendungen ebenfalls bis zu einer Grenze von 60 Euro brutto (bisher 40 Euro) steuerfrei verschenkt werden. (R 19.5 Abs. 6 LStÄR 2015 „Zuwendungen im Rahmen von Betriebsveranstaltungen“).

Keine Freigrenzen für Geldzuwendungen

Bei all dem müssen Arbeitgeber beachten, dass die hier genannten Grenzen nur für Sachzuwendungen gelten, nicht aber für Geldbeträge. Ein Dankeschön für lange Betriebszugehörigkeit in Höhe von 50 Euro oder ein Geldgeschenk zur Geburt eines Kindes gelten als Arbeitslohn und sind vom Mitarbeiter voll zu versteuern.

Steuerfreiheit nur für den Arbeitnehmer

Die hier genannten Regelungen beziehen sich lediglich auf die Lohnsteuerpflicht des Arbeitnehmers. Sachzuwendungen können also dazu genutzt werden, einem Mitarbeiter ein steuerfreies Zückerchen zukommen zu lassen, von dem unter dem Strich mehr übrig bleibt, als von einer ähnlich hohen Einmalzahlung, an der der Fiskus mit verdient.

Über die steuerliche Behandlung der Kosten für die Sachzuwendungen , die der Arbeitgeber zu tragen hat, ist in den Lohnsteuer-Richtlinien nichts enthalten. Für die Zulässigkeit des Abzugs als Betriebsausgaben beim Arbeitgeber gelten gesonderte Regelungen.

2 Antworten zu “Aufmerksamkeiten an Mitarbeiter: ab 2015 neue Betragsgrenzen”

  1. Ursula Huber sagt:

    Zuwendungen an Mitabeiter –
    Kostenübernahme Fitness Studio
    Zuschuss für Fitnesskurse
    Kostenübernahme Tankgutscheine
    Nutzung eines Laptops

    hier gibt es neue Regelungen – können Sie mich informieren
    oder mir einen entsprechenden Link zusenden

    • Hallo Frau Huber,

      erstmal vielen Dank für Ihren Kommentar – schön, dass Sie an weiteren Infos interessiert sind.

      Ihre Fragen sollte die vom Bundesrat bewilligte Vorlage beantworten beantworten.

      • Die Überlassung eines Dienstlaptops mit Genehmigung der privaten Nutzung ist für den Arbeitnehmer steuerfrei
      • Tankgutscheine sind m.E. keine unentgeltliche Zuwendung, auch wenn sich ab und an mal andere Ausführungen im Internet finden. Hier kann eigentlich nur ein Finanzbeamter oder Steuerberater endgültig helfen, denn Gutscheine mit einem bezifferten Wert sind „Geld wert“ und damit geldwerter Vorteil
      • Bei den Fitnesskursen muss ich tatsächlich passen. Sehr wahrscheinlich sind hier ja die 60 Euro pro Jahr und Mitarbeiter sehr schnell überschritten, und so stellt sich die Frage eigentlich gar nicht