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um 09:55:47

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Buchhaltung

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Warum wir den Industriekontenrahmen bevorzugen

Man mag es kaum glauben, aber auch in der Buchführung gibt es Themen, über die man nicht diskutieren kann, ohne in ein Wespennest zu stechen. Auch in dieser scheinbar so trockenen und sachlichen Welt der Buchungen gibt es Verfechter von Lehren und Strömungen, und es gibt teils verbitterte Diskussionen darüber, welcher der richtige Kontenrahmen für ein Gewerbe oder eine Firma ist.

Kontolino! startet zunächst mit 2 Kontenrahmen. Zum Einen bieten wir den Standardkontenrahmen (SKR) 04 nach DATEV-Standard an, zum anderen kann sich der Nutzer für den Industriekontenrahmen entscheiden.

Wir selbst nutzen seit inzwischen rund 15 Jahren den Industriekontenrahmen, obwohl wir eigentlich kein Industrieunternehmen sind. Und hier möchte ich versuchen, darzulegen, wieso das so ist.

Bei den Standardkontenrahmen der DATEV muss man aus meiner Sicht folgendes bedenken:

  • Sie decken alle möglichen steuerlichen und bilanzrechtlichen Sonderfälle ab
  • Sie sind für Buchführungsprofis gemacht
  • Sie sind eng mit der Arbeitsweise der DATEV-Software verknüpft

Für die Zielgruppe von Kontolino! ist das alles eigentlich nur bedingt wichtig. Ein Einzelunternehmen muss nicht nach HGB bilanzieren, füllt für das Finanzamt keine E-Bilanz aus und erzielt vermutlich keine Erlöse aus Beteiligungen.

Ein gewichtiges Argument für DATEV-Kontenrahmen ist natürlich, dass die meisten Steuerberater mit einem Produkt der DATEV arbeiten, und demnach auch einen SKR nutzen. Wer also seine Buchführung eng verzahnt mit einem Steuerberater bearbeiten möchte, kann sich durchaus mit einem SKR einen großen Gefallen tun.

Die enge Verzahnung der DATEV-Kontenrahmen mit der hauseigenen Software führt dazu, dass mit dem Kontenrahmen auch eine Arbeitsweise verbunden ist. So erfordern die Standardkontenrahmen häufig zusätzliche Buchungen auf bestimmte Konten, um die Rohdaten für die Erstellung von bestimmten Berichten ans Finanzamt zusammenzuführen. Dies ist aber lediglich darum der Fall, weil die DATEV die Philosophie verfolgt, dass für jede Erfordernis ein gesondertes Konto vorzusehen ist. Das erleichtert vieles in der Erstellung von Softwarepaketen, macht aber oft die Arbeit des Buchhalters komplizierter, weil ein einfacher Geschäftsfall zu zwei oder mehr Buchungssätzen führt. Dabei ist diese Art der Lösung nicht der einzig mögliche Weg, und wir haben uns für Kontolino! ein paar Mechanismen überlegt, mit denen einem Geschäftsfall anzusehen ist, ob er in der einen oder anderen Spalte eines Formulars auftauchen sollte, ohne dass komplizierte Nebenbuchungen notwendig sind.

Als Selbermacher haben wir uns einen Kontenrahmen ausgesucht, der mit weit weniger als 1000 Konten (ja, der SKR04 hat deutlich mehr als 1000 Konten!) auskommt, und der in der Literatur ebenso gut dokumentiert ist. Der Industriekontenrahmen hat aus unserer Sicht einige sehr entscheidende Vorteile:

  • Er hat einige hundert Konten weniger und passt auf ein paar DIN A4-Seiten (in Schulbüchern ist er meist auf einem ausklappbaren Blatt zusammengestellt)
  • Der IKR ist bewährt und standardisiert durch den Bundesverband der deutschen Industrie (BDI)
  • In vielen Real- und Berufsschulen, Wirtschaftsgymnasien, Fachhochschulen etc. wird die Buchführung anhand des Industriekontenrahmens vermittelt
  • Es gibt zahlreiche Buchführungsratgeber und -lehrbücher, die den IKR abdecken

Bei all dem sei natürlich gesagt, dass Kontolino! mit jedem angebotenen Kontenrahmen auch denselben Funktionsumfang bietet. Egal, ob Sie sich für den IKR oder den SKR04 entscheiden, sämtliche Features von Kontolino! funktionieren genau gleich. Unsere Software sorgt unter der Haube dafür, dass die Geschäftsfälle auf einem SKR auf den richtigen Konten landen, egal ob ein einfacher oder ein komplexer Kontenrahmen dahinter steckt.

 

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