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Mit Kontolino! sind Sie fit für den Jahreswechsel 2015/2016

Wir waren wieder einmal fleißig hier bei Kontolino!
Ab sofort können Sie mit Ihrer Buchführungssoftware die neuen Steuerformulare bzw. Steueranmeldungen per Elster an Ihr Finanzamt verschicken.

 

image-3 Anlage EÜR: Jetzt auch für 2015. Und komplett online!
Ganz neu bei Kontolino! ist nun, dass Sie die Anlage EÜR auch direkt per Elster online verschicken können.
Ab sofort steht nun auch die Meldung nach amtlichem Vordruck für das Jahr 2015 zur Verfügung.
Mehr Informationen zur Erstellung der Anlage EÜR finden Sie in unserem Online-Handbuch.
 
image-6 Umsatzsteuer-Erklärung für 2015
Pünktlich zum Jahresabschluss 2015 können Sie auch die Umsatzsteuer-Erklärung für 2015 mit Kontolino! erstellen und versenden. Schnell und einfach, wie immer
 
image-2 Umsatzsteuer-Voranmeldung
Die Umsatzsteuer-Voranmeldung ist für Sie ja ein alter Hut: mit wenigen Klicks melden sie Ihre USt-Vorauszahlung (oder Erstattung) jeden Monat bzw. jedes Quartal beim Finanzamt an.
Rechtzeitig zum Jahreswechsel haben wir in Kontolino! die neue UStVA für Anmeldezeiträume ab 1.1.2016 integriert

Wussten Sie schon…

… dass die Buchhaltunssoftware Kontolino! auch die Behandlung von Umsatzsteuer im EU-Raum zwischen Unternehmen (B2B), also das so genannte Reverse-Charge-Verfahren unterstützt?
Innergemeinschaftliche Lieferungen und Leistungen können Sie mit Kontolino! korrekt verbuchen und diese werden in der Umsatzsteuer-Voranmeldung sowie der Umsatzsteuer-Erklärung korrekt ausgewiesen.
Für alle, die innergemeinschaftliche Lieferungen in größerem Umfang ausweisen müssen, unterstützt Kontolino! auch die zusammenfassende Meldung per Elster. Inklusive Korrekturmeldungen, falls sich nach einem Meldetermin noch etwas ändert.
Damit ist Kontolino! in seiner Preiskategorie in der Cloud einmalig

Mit der Buchhaltungssoftware Kontolino! sind Sie also für den Jahresabschluss 2015 hervorragend gerüstet und haben den Rücken frei für einen erfolgreichen Start ins nächste Geschäftsjahr!

Wenn Sie unseren Service nun gerne einmal ausprobieren möchten, können Sie das völlig kostenlos und unverbindlich für 2 Monate tun. Registrieren Sie sich einfach für einen kostenlosen Testzugang

 

Kontolino! 2 Monate kostenlos testen

Autor:
um 02:24:05

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Allgemeines

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Warum auch Freiberufler und Selbständige mit Reverse Charge zu tun haben

Web-Designer, IT-Freiberufler, Grafiker oder auch kleine Einzelhändler und so ziemlich jeder Selbständige kommt, wenn er nicht gerade unter die Kleinunternehmerregelung fällt und daher das Thema Umsatzsteuer komplett ignorieren kann, in Berührung mit dem Thema Reverse Charge – Verfahren. Dabei ist diese umgekehrte Umsatzsteuerpflicht im EU-Wirtschaftsraum keine exotische Regelung, sondern gehört inzwischen in fast jeden unternehmerischen Alltag.

Was ist Reverse Charge?

Der Begriff Reverse Charge bedeutet zunächst einmal nur „umgekehrte Steuerpflicht“ und bezeichnet den Umstand, daß bei grenzüberschreitenden Handelsgeschäften zwischen 2 Firmen innerhalb der EU Steuerlast für die Umsatzsteuer immer beim Abnehmer liegt.

In diesem Zusammenhang spricht der Gesetzgeber von innergemeinschaftlichen Erwerben, wenn ein in Deutschland ansässiger Unternehmer etwas aus dem EU-Aulsand kauft. Innergemeinschaftliche Lieferungen liegen vor, wenn ein deutsches Unternehmen ins EU-Ausland verkauft und in Rechnung stellt.

Ein verwirrendes Detail an dieser Stelle ist die Tatsache, dass man als steuerpflichtiger Abnehmer zwar die Steuerlast hat, jedoch die entstehende Umsatzsteuer – wie im inländischen Geschäftsverkehr – sofort wieder als Vorsteuer geltend machen kann.

Für den einzelnen Unternehmer ist die Sache also erstmal kostenneutral, und könnte auch als erledigt betrachtet werden.

Wäre da nicht ein kleiner Haken: die EU-Staaten verrechnen sich diese Steuern untereinander und verpflichten daher ihre Steuerpflichtigen dazu, diese eigentlich gar nicht bezahlte Steuer zu berichten.

Für Selbständige in Deutschland heißt das:
Der Empfänger einer Lieferung oder Leistung muss seine innergemeinschaftlichen Erwerbe in der monatlichen oder quartalsweisen Umsatzsteuer-Voranmeldung angeben.
Ein Lieferant, der ins EU-Ausland verkauft, muss ab 2000 Euro Umsatzsteuer pro Berichtszeitraum (meist ein Quartal) zusätzlich eine detaillierte so genannte zusammenfassende Meldung ans Bundeszentralamt für Steuern einreichen, in dem sämtliche Lieferungen an umsatzsteuerpflichtige Unternehmen in der EU aufgelistet sind, inklusive der Umsatzsteuer-ID des Abnehmers.
Genauere Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Handbuch unter Umsatzsteuer im EU-Wirtschaftsraum.

Nicht auf die leichte Schulter nehmen

Die Tatsache, daß die EU-Umsatzsteuer von keinem der beiden beteiligten Unternehmer tatsächlich bezahlt wird, verleitet dazu, die Sache etwas salopper zu sehen. Eine Steuer, die in der Praxis sofort wieder abgezogen wird, wenn sie entsteht, klingt zunächst einmal so, als wenn man die Sache einfach ignorieren könnte. Was das Finanzamt nicht sieht, und wofür ich keine Zahlungspflicht habe, ist doch irrelevant, mag mancher denken. Und wegen ein paar Euro Vorsteuer muss sich doch keiner aufregen, wenn sie sowieso nicht fließen.

Aber: nur weil Sie die Steuer nicht bezahlen, heißt das nicht, dass der Staat nicht Steuereinkünfte aus diesem Geschäft hätte. In der bilateralen Verrechnung der Umsatzsteuern zwischen den EU-Staaten kommen durchaus Summen zusammen, die beeindruckend sind. Reine Schikane ist die ganze Revers Charge – Sache nämlich nicht.

Und weil durch die vielfältigen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der EU wirklich große Summen an Umsatzsteuer zusammen kommen, führt auch der deutsche Fiskus regelmäßig Steuerprüfungen speziell zum Thema Umsatzsteuer durch, bei denen natürlich auch die korrekte Abwicklung der Mehrwertsteuer im EU-Kontext geprüft wird. Damit sind sicher die teils beeindruckenden Summen an Nachforderungen aus diesen Nachprüfungen zu erklären.


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Generell müssen Sie damit rechnen, daß, wenn Sie bei der Behandlung der Umsatzsteuer etwas falsch machen (also z.B. vergessen haben, die Umsatzsteuer-ID Ihres Kunden auf einer Rechnung zu vermerken), Sie derjenige sind, auf den der Fiskus zukommt, um zu wenig bezahlte Umsatzsteuer nachzuzahlen. Das Finanzamt hat ja keinen Zugriff auf eine Firma im Ausland und hält sich daher an seinen eigenen Pappenheimern schadlos.

Reverse Charge geht fast jeden Selbständigen an

„Ich mache doch keine Geschäfte mit dem Ausland“, sagt sich so manch einer. Aber auf den zweiten Blick erweist sich das als Trugschluss. Hier ein paar Beispiele für Einkäufe, die unter diese Regelung fallen, und die ziemlich verbreitet sind:

  • Werbungsanzeigen bei Google AdWords werden aus Irland in Rechnung gestellt.
  • Amazon verkauft seine Download-Produkte (Musik, aber eben auch Kindle-Bücher, z.B. Fachbücher) aus Luxemburg (über den steuerlich ganz eigenen Kosmos von Amazon haben wir auch schon mehrfach sinniert).
  • Die Amazon-Cloud-Serverdienste (AWS, S3 etc.) und auch das Hosting bei einigen preisgünstigen Webhostern werden aus dem EU-Ausland erbracht und in Rechnung gestellt
  • Applications aus dem Mac App Store oder iOS App Store sowie iBooks fallen unter Reverse Charge (Irland)

Dies ist beileibe keine abschließende Liste. Fast jeder Internet-Riese hat seinen steuerlichen Sitz außerhalb Deutschlands in einem „billigeren“ EU-Land. Natürlich fallen auch alle Einkäufe, die Sie bewusst bei einem ausländischen Unternehmen tätigen, unter diese Regelung.

Generell erkennen Sie Umsätze nach dem Reverse Charge Verfahren an einem Zusatz auf der Rechnung, der auf die Steuerlast des Empfängers hinweist, z.B. „Reverse Charge“ oder „Steuerpflicht des Abnehmers“.

Umgekehrt haben Sie natürlich auch mit Reverse Charge zu tun, wenn Sie Dienstleistungen an Unternehmen im EU-Ausland erbringen oder Waren ins Ausland liefern, also so genannte innergemeinschaftliche Lieferungen tätigen. Dementsprechend müssen auch Sie Ihre Rechnungen mit dem entsprechenden Hinweis auf das Reverse Charge-Verfahren versehen (s.o.).

Keine Hexerei: UStVA und Zusammenfassende Meldung

Die Abwicklung von Reverse  Charge in der Buchhaltung ist – auch wenn das alles hier erstmal bedrohlich klingt – nicht wirklich kompliziert. Mit ein wenig Unterstützung Ihrer Buchhaltungssoftware geht es sogar ganz einfach.

Hier ein kleiner Leitfaden am Beispiel von Kontolino!

Erhalten Sie eine Rechnung von einem Lieferanten aus dem EU-Ausland und ist darauf der Zusatz „Steuerlast des Empfängers“ zu finden, wählen Sie als Umsatzsteuersatz den Eintrag „Innergemeinschaftlicher Erwerb“. Bei Verkäufen ins EU-Ausland verbuchen Sie die Mehrwertsteuer mit Hilfe des Codes „Innergemeinschaftlicher Lieferung“ und erfassen die Umsatzsteuer-ID Ihres Kunden.

Alles andere macht die Software für Sie: Die Zahlen werden korrekt in die Umsatzsteuer-Voranmeldung aufgenommen, und auch die Zusammenfassende Meldung wird vollständig aus den Buchungen zusammengestellt. Das Absenden der Meldungen ist dann nur noch ein Mausklick per ElsterOnline-Schnittstelle – vollautomatisch und in Sekundenschnelle.

Fazit

Nehmen Sie Reverse Charge ernst. Zwar ergibt sich für Sie keine direkte Steuerlast aus innergemeinschaftlichen Erwerben, aber für den Staat entsteht damit ein Anspruch auf Steuer aus einem EU-Partnerland. Dementsprechend wenig Spaß versteht ein Betriebsprüfer bei Fehlern, wie man an der kürzlich verkündeten Summe von über 2 Mrd. Euro aus Umsatzsteuerprüfungen in 2014 gut erkennen kann.

Bei der Verbuchung Ihrer Umsätze ist die Erfassung von Reverse Charge nicht besonders schwer, wenn Sie die richtige Software nutzen bzw. sich mit deren Funktionen vertraut machen. Damit können Sie Sich vor teuren Fehlern bei der Umsatzsteuer schützen ohne Mehraufwand für die Verbuchung zu haben. Mit der richtigen Software sind die entsprechenden Berichte ans Finanzamt mit wenigen Mausklicks erledigt und die Angaben in der UStVA sind automatisch korrekt aufgeführt.

Wir laden Sie ein, sich ein Bild von unserer Software zu machen. Testen Sie Kontolino! 2 Monate lang kostenlos und probieren Sie auch unsere Unterstützung des Reverse Charge – Verfahrens in der UStVA aus.

Autor:
um 12:19:29

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Steuer

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2 Kommentare

Teure Fehler bei der Umsatzsteuer vermeiden

Wie das Bundesfinanzministerium heute mitteilt, wurden im vergangenen Jahr insgesamt 89.202 Umsatzsteuer-Sonderprüfungen durchgeführt. Dabei sind insgesamt 2,23 Mrd Euro an Umsatzsteuer-Mehreinnahmen für den Fiskus aufgelaufen. Im Mittel sind das knapp 25.000 Euro Nachzahlung pro geprüftem Unternehmen.

Das zeigt, wie wichtig eine korrekte Behandlung der Umsatzsteuer in der täglichen Praxis eines Unternehmers oder Selbständigen ist. Dabei ist die Mehrwertsteuer im normalen Geschäftsverkehr kein Hexenwerk. Es gilt jedoch, unnötige Fehler zu meiden.

Pflichtangaben auf Rechnungen prüfen

Prüfen Sie jede Ihrer Eingangsrechnungen auf korrekte Angaben. Bitten Sie Ihre Lieferanten, eine neue Rechnung auszustellen, wenn der Umsatzsteuer-Ausweis nicht korrekt oder vollständig ist.

Akzeptieren Sie fehlerhafte Rechnungen, kann es passieren, dass der Fiskus sich seine Umsatzsteuer bei Ihnen holt, obwohl Ihr Lieferant steuerpflichtig gewesen wäre.

Aber auch Ihre Ausgangsrechnungen an Kunden müssen unbedingt alle Pflichtangaben enthalten. Dazu gehört auf jeden Fall die Angabe anfallender Umsatzsteuer in Prozent sowie der Steuerbetrag, mindestens aufgeschlüsselt nach Steuersatz, am besten gar pro Position auf der Rechnung. Für die restlichen Pflichtangaben auf Ihren Ausgangsrechnungen empfiehlt es sich, mit Dokumentvorlagen oder Briefpapier zu arbeiten, die diese schon von vornherein enthalten.

Mehr Informationen zu den Pflichtangaben auf einer Rechnung finden Sie in unserem Artikel Mindestanforderungen an eine Rechnung.

Besondere Aufmerksamkeit bei Kleinunternehmern

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Autor:
um 11:38:19

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Übersicht zu den neuen Umsatzsteuer-Regeln für elektronische Dienstleistungen in der EU

Willkommen im neuen Jahr. Leider bringt dieses neue Jahr 2015 so einiges an Neuerungen für Unternehmen und Selbständige in der EU, was die Behandlung der Mehrwertsteuer für so genannte elektronische Dienstleistungen angeht.

Auf den ersten Blick mögen die neuen Regelungen so aussehen, als wenn sie einen Metzgermeister, Bäcker, Gastwirt oder IT-Freiberufler nicht interessieren. Das kann aber sehr schnell ein Trugschluss sein, denn auch, wenn man selbst keine e-Books verkauft oder Software zum Download anbietet, keinen Web-Service bereitstellt und auch keine Lieder komponiert und kostenpflichtig streamt, ist man ja vielleicht durchaus Kunde von solchen elektronischen Dienstleistungen, die aus dem EU-Ausland geliefert werden.

Und schon ist man mitten drin, im neuen Zirkus der Reverse-Charge-Artisten und muss Gedanken machen. Selbst, wenn man einfach nur Werbung im Internet schaltet, kann man von der neuen Regelung betroffen sein.

Die Europäische Kommission hat eine sehr schöne Übersichtsseite zu den Neuerungen online gestellt, die man zumindest einmal überfliegen sollte, wenn man als Anbieter oder Kunde von elektronischen Dienstleistungen agiert.

Die wichtigsten Grundpfeiler dieser Regelung sind:

  • Telekommunikations-, Rundfunk- und Fernsehdienstleistungen und elektronisch erbrachte Dienstleistungen werden zukünftig im Land des Empfängers mit der dort gültigen Mehrwertsteuer belegt.
  • Der Verkäufer hat dafür Sorge zu tragen, die Umsatzsteuer in Rechnung zu stellen, und mit der Finanzbehörde des Empfängerlandes abzurechnen
  • Die EU-Länder haben zur Vereinfachung dieser Regelung den so genannten Mini-One-Stop-Shop eingerichtet, eine Anlaufstelle in allen Ländern, mit denen Verkäufer, die in diesen Ländern ansässig sind, den Umgang mit allen anderen EU-Ländern abnimmt.
  • Für diese Anlaufstelle muss sich ein Verkäufer registrieren
  • Die Meldungen an diesen One-Stop-Shop sind elektronisch abzugeben
  • Für Käufer ist vor allem wichtig, spätestens jetzt eine Umsatzsteuer-ID zu beantragen und diese an Lieferanten im EU-Ausland weiter zu geben
  • Käufer von diesen Dienstleistungen müssen die Steuer, die aus diesen Käufen anfallen, in der Umsatzsteuer-Voranmeldung aufführen und ab einem gewissen Gesamtbetrag der anfallenden Umsatzsteuer eine Zusammenfassende Meldung abgeben

Als Kontolino!-Kunde sind Sie als Kunde von betroffenen Dienstleistungen auf der sicheren Seite: Wir sind auf das Verfahren vorbereitet, denn es ist im Wesentlichen genau gleich, wie die Reverse-Charge-Behandlung von Gütern innerhalb der EU. Kontolino! unterstützt sowohl die korrekte Umsatzsteuer-Voranmeldung als auch die Zusammenfassende Meldung für diese Geschäfte.

Mehr Info zu Reverse-Charge und der Unterstützung in Kontolino! finden Sie in unserer online-Dokumentation.

 

Autor:
um 08:24:57

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Mehrwertsteuer bei Kindle-Fachbüchern

Wer seine (Fach-)Bücher gerne elektronisch liest, spart vor allem auch auf Dienstreisen eine Menge Gepäck und Zeit. Praktisch sind sie, diese kleinen e-Reader und beliebt sowieso.

Für Bücher, die aus beruflichen Gründen gelesen werden, ist vor allem bei Kindle-Büchern aus dem Hause Amazon ein Problem besonders ärgerlich: man hat ohne eigenes Zutun keinen Beleg vorliegen, der für den Abzug von Betriebsausgaben geeignet wäre. Zudem ist auf den Abrechnungen, die man in seinem Amazon-Konto abrufen kann, keine Mehrwertsteuer ausgewiesen. Als Buchungsbeleg ist dies also völlig ungeeignet.

Um also für den Kauf eines Kindle-Buches einen vernünftigen Beleg zu bekommen, der zumindest halbwegs als Nachweis betrieblich veranlasster Ausgaben durchgehen kann, muss man sich per Mail an die Adresse kindle-mehrwertsteuer@amazon.de mit dem Betreff „Rechnungsanforderung“ wenden, und darin folgende Angaben machen:

  1. Ihre Privatanschrift (Amazon will hier explizit keine Firmenadressen haben)
  2. Bestellnummern Ihrer Kindle-Einkäufe

Amazon sendet Ihnen dann „innerhalb weniger Tage“ eine Rechnung auf dem Postweg zu. Meiner Erfahrung nach funktioniert das problemlos und geht tatsächlich fix.

Das dicke ABER kommt aber noch: Da Amazon die Rechnung ja nur an Privatleute ausstellt, ist diese ganze Sache trotzdem irgendwie seltsam und befindet sich m.E. in einer steuerrechtlichen Grauzone für gewerbliche Kunden.

Die Rechnung kommt dann von Amazon in Luxemburg. Luxemburg ist ja in der EU und damit sollte hier eigentlich das Reverse-Charge-Verfahren für die Mehrwertsteuer zum Zuge kommen. Normalerweise würde ein Geschäft zwischen einem Lieferanten in Luxemburg und seinem Kunden in Deutschland folgendermassen ablaufen:

  1. deutscher Kunde bestellt bei Lieferant in Luxemburg und gibt seine Umsatzsteuer-ID an
  2. Lieferant stellt Rechnung ohne Mehrwertsteuer aus und gibt die Umsatzsteuer-ID des Kunden auf der Rechnung an
  3. Kunde bezahlt nur den Netto-Betrag (Stichwort: Innergemeinschaftlicher Erwerb)
  4. Lieferant gibt seine Umsatzsteuern aus innergemeinschaftlichen Lieferungen an seine nationale Steuerbehörde weiter

Amazon will sich offenbar vor allem die Sache mit dem Reverse-Charge Verfahren und den entsprechenden Meldepflichten etc. sparen. Verständlich, aber irgendwie auch ein bisschen ärgerlich, denn für den Kunden hat dies diverse Auswirkungen.

  1. Die wichtigste Konsequenz hier ist zunächst, dass die Mehrwertsteuer nicht als Vorsteuer abziehbar ist. Als Kunde muss man also den vollen Bruttobetrag inklusive Mehrwertsteuer als Betriebsausgabe ansetzen.
  2. Also wird auch der Bruttobetrag der Rechnung als Betriebsausgabe verbucht (KEIN innergemeinschaftlicher Erwerb!), gerade so, als wenn Sie einen Einkauf vor Ort im Ausland getätigt hätten

Normaler Weise sind Vorsteuern ja durchlaufende Posten, das heisst, als Gewerbetreibender bezahlt man in der Regel keine Umsatzsteuer, da man sie ja als Vorsteuer mit der Umsatzsteuer verrechnen kann. Bei Einkäufen im EU-Ausland würden sie normaler Weise noch nicht einmal in Rechnung gestellt (Reverse Charge-Verfahren). Das geht aber nur dann, wenn auf der Rechnung die Umsatzsteuer-ID des Kumten steht, was Amazon aber explizit verweigert.

Also bedeutet das, dass die Mehrwertsteuer für Kindle-Fachbücher schlichtweg ein Geschenk des Unternehmers an die luxemburgischen Steuerbehörden sind – vermittelt durch Amazon.

Der einzige Trost hier ist, dass auch die luxemburgische Mehrwertsteuer als Betriebsausgaben gelten, und somit zumindest auch den Gewinn des Unternehmens schmälern. Der deutsche Fiskus/Steuerzahler subventioniert also den luxemburgischen Staat mit.

Genau das ist es, was mir bei der ganzen Sache Bauchweh bereitet. Was, wenn der deutsche Fiskus eines Tages feststellt, dass das ganze eigentlich so nicht in Ordnung ist? Was, wenn der Betriebsprüfer in ein paar Jahren alle meine Kindle-Käufe aus den Betriebsausgaben streicht, weil die Belege so nicht korrekt sind?

Unser Tipp: erkundigen Sie sich beim e-Book-Händler Ihres Vertrauens explizit nach dem Ausweis der Mehrwertsteuer auf den Kaufbelegen. Wir selbst haben einmal bei einem großen deutschen Versender angefragt, und dort wurde uns die Auskunft erteilt, für e-books werde  eine ganz normale Rechnung mit Mehrwertsteuer erstellt, genau so wie für alle anderen Artikel aus dem Shop. Alles andere wäre auch seltsam gewesen…