Doppelte Buchführung

Die doppelte Buchführung hat in Europa eine lange Tradition – sie ist schon seit dem 15. Jahrhundert im Gebrauch. Sie stellt noch heute die Grundlage für die Ermittlung des wirtschaftlichen Erfolges einer Unternehmung dar. Vom kleinen Eisverkäufer bis zum Multinationalen Konzern.

Der Begriff der doppelten Buchführung geht auf die Tatsache zurück, dass jeder Geschäftsvorgang als ein Buchungssatz erfasst wird, der den Geschäftsvorgang als Bewegung einer Geldsumme zwischen zwei Konten darstellt.

Nicht jeder Unternehmer muss eine doppelte Buchführung unterhalten

Im Handelsgesetzbuch (§238) ist festgelegt:

(1) Jeder Kaufmann ist verpflichtet, Bücher zu führen und in diesen seine Handelsgeschäfte und die Lage seines Vermögens nach den Grundsätzen ordnungsmäßiger Buchführung ersichtlich zu machen. Die Buchführung muß so beschaffen sein, dass sie einem sachverständigen Dritten innerhalb angemessener Zeit einen Überblick über die Geschäftsvorfälle und über die Lage des Unternehmens vermitteln kann. Die Geschäftsvorfälle müssen sich in ihrer Entstehung und Abwicklung verfolgen lassen.

Nicht jeder Gewerbetreibende gilt automatisch als Kaufmann. Eine wichtige Ausnahme bilden die sogenannten freien Berufe (Künstler, Ärzte, Heilpraktiker, Ingenieure, Architekten,…), die nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet sind. Von der Buchführungspflicht sind auch Unternehmer befreit, die in zwei aufeinander folgenden Geschäftsjahren die folgenden Betragsgrenzen bis zum 01.01.2016 nicht überschreiten

  • Die Umsatzerlöse dürfen nicht mehr als 500.000 Euro betragen.
  • Der Jahresüberschuss darf nicht höher als 50.000 Euro sein.

Ab dem 01.01.2016 werden diese Grenzen auf folgende Beträge erhöht:

  • Die Umsatzerlöse dürfen nicht mehr als 600.000 Euro betragen.
  • Der Jahresüberschuss darf nicht höher als 60.000 Euro sein.

Es empfiehlt sich dennoch, gleich von Anfang an eine Doppelte Buchführung einzuführen, auch wenn keine Pflicht dazu besteht

Dadurch erspart man sich zum Beispiel das erneute Einarbeiten in eine neue Buchführungs-Systematik, wenn einmal die o.g. Betragsgrenzen überschritten werden (und wer gründet sein Gewerbe nicht, um möglichst Erfolg zu haben). Führt man von Anfang an Bücher, kann diese Arbeitsweise – einmal erlernt – für viele Jahre weiter genutzt werden.

Die doppelte Buchführung ermöglicht deutlich mehr Überblick darüber, woher Geld kommt, und wohin es geht. Sie können anhand von Bewegungen auf einzelnen Konten z.B. nachvollziehen, wie hoch die Kosten für Geschäftsreisen, Tanken oder Energie sind – oder welche Dienstleistung oder Produkt den größten Anteil an Ihren Umsätzen hat. In einer einfachen Gegenüberstellung von Einnahmen und Ausgaben müssten Sie für eine ähnlich gute Übersicht alle Ein- und Ausgänge klassifizieren und nach diesen Klassen gruppieren und summieren – was letztendlich genau das selbe ist, wie eine doppelte Buchführung zu unterhalten.
Sie sehen, es spricht einiges für eine doppelte Buchführung von Anfang an.

Weitere Informationen

Wenn Sie sich einen genaueren Einblick in die Doppelte Buchführung verschaffen möchten, können Sie sich in unserer Dokumentation informieren.

Dort finden Sie neben einer Einführung in die Grundlagen der Buchführung auch ein Kontierungslexikon, in dem Sie Buchungssätze für praktische alle Lebenslagen finden – fix und fertig mit Kontonummern und Mehrwertsteuersätzen.

Ganz besonders einfach macht Ihnen die doppelte Buchführung aber unser Buchungsassistent, der Ihnen einen Großteil der Buchungssätze für den Alltag vollautomatisch – aufs Stichwort – erstellt. Sie müssen nur noch das Buchungsdatum, die Belegnummer und den Betrag eingeben. Den Buchungsassistenten können Sie im folgenden Video in Aktion sehen: