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um 11:48:02

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28 Kommentare


Betragsgrenzen zur Bilanzierungspflicht werden zum 1.1.2016 angehoben

Zum 1.1.2016 tritt das Bürokratieentlastungsgesetz in Kraft. Der vollständige Name des Gesetzes lautet „Gesetz zur Entlastung der mittelständischen Wirtschaft von Bürokratie“ und soll demnach vor allem kleinen und mittleren Unternehmen die diversen bürokratischen Hürden erleichtern.

Eine der Regelungen in diesem Gesetz betrifft die Grenzbeträge für die Bilanzierungspflicht, also die Pflicht zur Aufstellung von Anfangs- und Abschlußbilanzen für ein Geschäftsjahr. Für Wirtschaftsjahre, die nach dem 31.12.2015 beginnen, müssen nur noch Betriebe eine Bilanz aufstellen, die nicht aufgrund anderer Rechtsnormen (z.B. HGB) zur Bilanzierung verpflichtet sind  und deren

  • Gewinne im Wirtschaftsjahr eine Summe von 60.000 €
  • Umsätze im Wirtschaftsjahr einen Betrag von 600.000 €

überschreiten. Dabei gilt für Einzelkaufleute auch weiterhin, dass eine Bilanzierungspflicht erst bei Überschreiten der Grenzbeträge in 2 aufeinander folgenden Geschäftsjahren beginnt. Bisher lagen diese Grenzen bei 50.000 bzw. 500.000 Euro.

Das Bürokratieentlastunsgesetz sieht diese Anpassung der Grenzen sowohl für das HGB, als auch für die Abgabenordnung (AO) vor. Das bedeutet, dass sowohl für die Bilanzierung nach HGB als auch für die Steuer einheitliche Grenzen gelten. Es kann also nicht sein, dass ein Unternehmen zwar nach HGB bilanzieren muß, beim Finanzamt aber nur eine Einnahmen-Überschuß-Rechnung abgeben braucht.

Damit diese Erleichterungen auch auf breiter Basis ankommen, sieht der Gesetzgeber die Anwendung der Grenzwerte auch für die Wirtschaftsjahre 2014 und 2015 vor. Das bedeutet, dass die Pflicht zur BIlanzierung auch für all jene Unternehmer nicht eintritt, die in 2014 und 2015 jeweils die 60.000 € Gewinn bzw. 600.000 € Umsatz nicht übertraten.

Beispiel: Ihr Gewinn liegt in 2015 bei 56.000 € bei einem Umsatz von 138.000 €, und auch in 2014 nicht über 60.000/600.000. Nach aktueller Rechtslage müssten Sie ab dem 1.1.2016 bilanzieren. Das Bürokratieentlastungsgesetz schützt Sie jedoch vor einem Einstieg in die Bilanzierung, weil bereits für 2014 und 2015 die neuen Grenzen angewendet werden. Sollte Ihr Finanzamt Sie dennoch dazu auffordern, sollten Sie Einspruch dagegen einlegen und auf das Bürokratieentlastungsgesetz verweisen.

Was genau bedeutet das?

Wenn Sie als Unternehmer oder Selbständiger nicht bilanzierungspflichtig sind, hat das für Sie einige sehr konkrete Auswirkungen:

  • Beim Finanzamt müssen Sie am Jahresende nur die Anlage EÜR zur Einkommensteuer abgeben
  • Sie müssen keine Anfangsbilanz erstellen und auch keine Abschlußbilanz aufstellen
  • Da auch nach HGB keine Bilanzierungspflicht besteht, entfällt die Veröffentlichung einer Bilanz im Bundesanzeiger

Kontolino! unterstützt die automatische Erstellung der Anlage EÜR aus Ihren Buchführungsdaten.Bis zum Jahresabschluß 2015 sogar inklusive Übertragung per ELSTER-Online – Schnittstelle.

Wen betrifft diese Änderung konkret?

Für Gründer, die ihr Unternehmen als Personengesellschaft oder Einzelunternehmen starten,  ist diese Anhebung der Grenzen interessant. Schliesslich müssen Sie nur dann bilanzieren, wenn die genannten Grenzen überschritten werden, und gerade in den ersten Monaten und Jahren sind für viele Gründer 60.000 Euro Gewinn nicht viel mehr als ein schöner Wunschtraum.

Diese Neuregelung ist natürlich vor allem für all jene Unternehmer interessant, die in den letzten Jahren stets an einem der beiden Grenzbeträge herum meanderten, aber diesen nie deutlich überschritten haben. Sie müssen ab 2016 nur noch eine Einnahmen-Überschußrechnung beim Finanzamt abgeben und haben nun etwas mehr Luft nach oben, wenn sich an der Ertragslage nicht entscheidend etwas zum Besseren ändert.

Ändert sich etwas an meiner Buchhaltung?

Grundsätzlich bedeutet der Wegfall der Bilanzierungspflicht die Möglichkeit, auf eine doppelte Buchführung zu verzichten, und auf eine so genannte einfache Buchführung umzusteigen, in der einfach nur Einnahmen und Ausgaben gegenüber gestellt werden.

Bevor Sie jedoch frohlocken, sollten Sie einen Blick auf das Formular Anlage EÜR werfen. Das Finanzamt erwartet sehr differenzierte Angaben über Ihre Ein- und Ausgaben, sodass Sie von Anfang an eine sehr differenzierte Aufstellung über Ihre Ein- und Ausgaben führen müssen.

Der Haken dabei: am Anfang eines Jahres ist das für dieses Jahr gültige Formular noch nicht bekannt. Die endgültige Fassung ist meist erst im November des Jahres verfügbar. Bestimmt der Gesetzgeber, dass bestimmte Einnahmen oder Ausgaben in einem gesonderten Feld anzugeben sind, müssen Sie also am Jahresende diese Umsätze aus Ihrer Buchführung heraussuchen und gesondert aufschreiben und summieren, um die in die Anlage EÜR einzutragen.

Die Anlage EÜR ist in aller Regel eine Untermenge dessen, was in einer ausführlichen Bilanz anzugeben ist, sodass in den üblichen Kontenrahmen einer doppelten Buchführung alle Konten verfügbar sind, die auch für die Anlage EÜR benötigt werden.

Da Kontolino! Ihnen die Buchung von Geschäftsfällen mit Hilfe des Buchungsassistenten so einfach macht, können Sie aber auch, wenn Sie nicht bilanzierungspflichtig sind, eine doppelte Buchführung unterhalten, ohne es zu merken. Der Vorteil liegt auf der Hand: egal, ob Sie am Jahresende eine Bilanz oder eine Anlage EÜR abgeben müssen, die Buchhaltung läuft immer gleich.

 

 

 

28 Antworten zu “Betragsgrenzen zur Bilanzierungspflicht werden zum 1.1.2016 angehoben”

  1. bin ich pflichtig zur Bilanz sagt:

    Danke für dieobigen Informationen.
    Ich hätte gern von Ihnen folgendes erfahren.
    Der Steuerberater ist immer daran interessiert eine Bilanz zu erstellen.
    Aus diesem Grund vertraue ich nicht seiner Antwort.
    Ich bin ein Einzelunternehmer, seit 1991 als Selbstständiger Versicherungsvermittler tätig.
    Seit 1993 bin ich zu einer Bilanz verpflichtet.
    Gewinne liegen bei 61.500 € im 2013. 2015 werde ich unter 60, T €
    sein. Ist es richtig das ich zwei Jahre unter 60T € Gewinne haben muß um zu wechseln in eine Einnahmen – Überschuß-Rechnung.
    Über eine Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
    Mit freundlichen Grüßen
    Marlies Blume aus Sachsen Anhalt

    • Hallo Frau Blume,

      vielen Dank für Ihre Frage.
      Sie sehen das richtig: liegen die Gewinne 2 Jahre lang unter 60 TEU p.a., sind Sie nicht mehr zur Aufstellung von Bilanzen verpflichtet, können das aber weiterhin tun. Das kann z.B. dann der Fall sein, wenn die Gewinne meist um diese 60 TEU herum meandern und Sie mal bilanzieren müssen, und mal nicht. Das wäre sicherlich eine der schlechtesten Alternativen, weil mit dem Wechsel der Gewinnermittlung immer auch Mehrarbeit verbunden ist, vor allem, wenn Sie wieder (Eröffnungs-) Bilanzen aufstellen müssen.

      Neben dem Umsatz i.H.v 60 TEU bzw. Gewinn i.H.v. 600 TEU p.a. gelten natürlich weitere Voraussetzungen, wie etwa die Rechtsform Ihres Unternehmens. Für Kapitalgesellschaften wie die UG oder die GmbH besteht grundsätzlich eine Bilanzierungspflicht.

      Übrigens, der beste Ratgeber neben dem Steuerberater in solchen Dingen ist immer Ihr zuständiges Finanzamt. Dort ist man zur Auskunft verpflichtet und meiner Erfahrung nach wird Ihnen auch sehr gerne und freundlich weiter geholfen. Aber es lohnt sich sicher, auch mal zu hinterfragen, warum der StB zur Bilanz rät.

      Und wenn wir schon bei Übrigens sind: Sie könnten mit Kontolino! auch die Buchhaltung zur Vorbereitung einer Bilanz selbst führen, nur eben bisher noch keine E-Bilanz beim Finanzamt einreichen. Dazu müssten Sie entweder auf den Steuerberater oder einen Service wie etwa den Bundesanzeiger-Verlag zurückgreifen. Alles andere können auch Kapitalgesellschaften mit Kontolino! machen und enorme Kosteneinsparungen gegenüber dem Voll-Service eines Steuerberaters erzielen.

  2. C. Johannsen sagt:

    Hallo Herr Tuchel,
    greift die Änderung auch für die KG (Personengesellschaft) aus einer GmbH & Co. KG.
    Also – bei einem Gewinn unter 60.000,- –
    keine Bilanzierungspflicht -> entfällt die Veröffentlichung einer Bilanz im Bundesanzeiger?
    Vielen Dank
    Chr. Johannsen

    • Hallo Herr/Frau Johannsen,

      die GmbH & Co. KG unterliegt der Bilanzierungspflicht sowie der Publizitätspflicht. Das BilMog kennt hier gewisse Erleichterungen für kleinste und kleine Gesellschaften, sodaß etwa die Veröffentlichung im Bundesanzeiger unter bestimmten Grenzen entfallen kann.
      Meines Wissens nach kann hier die KG nicht getrennt betrachtet werden.

      Aber das ist eine interessante Frage, die Sie am besten direkt mit Ihrem Sachbearbeiter beim Finanzamt klären. Vielleicht haben Sie ja Lust, Ihre Erkenntnisse dann auch hier wieder als Kommentar zu veröffentlichen? Die Frage stellt sich ja vielleicht auch anderen Lesern unseres Blogs…

      Mit freundlichen Grüßen

      Joachim Tuchel

  3. Holger sagt:

    Hallo,

    eine Frage, sind die 600 000 EUR Umsatz netto oder brutto?

    Wenn brutto, was ist wenn der Gewinn aber unter 60 Tsd ist? Dennoch bilanzierungspflichtig?

    Vielen Dank!

    • Hallo,

      Liegt der Umsatz über 600.000 netto und erzielt der Unternehmer daraus nur einen Gewinn von weniger als 60.000, gilt die Umsatzgrenze. Also Bilanzierungspflicht.
      Es gelten die Beträge ohne Umsatzsteuer.

  4. Holger sagt:

    Danke für die Info!

  5. Phil Tesk sagt:

    Der Umsatz und der Gewinn einer GbR liegen unter den genannten Betragsgrenzenfür die Bilanzierungspflicht von 60 bz. 600 TEUR. Ist es richtig, dass wir lediglich wegen der Abgrenzung von verkauften Gutscheinen eine Bilanz erstellen müssen?

    • Antje Rößle-Tuchel sagt:

      So lange Sie mit Ihrer GbR die von Ihnen genannten Betragsgrenzen nicht überschreiten, müssen Sie keine Bilanz erstellen. Es reicht die einfache EÜR. Für Ihre verkauften Gutscheine verzeichnen Sie einen Geldeingang (z. B. Kasse mit dem Vermerk Ausgegebene Geschenkgutscheine) zum Zeitpunkt der Ausgabe des Gutscheines ohne Umsatzsteuerschuld. Sobald dieser Gutschein eingelöst wird, erfolgt Ihre Gegenleistung und Sie haben dann einen umsatzsteuerpflichtigen Ertrag, den Sie entsprechend in der EÜR führen müssen. Vielleicht helfen Ihnen zusätzlich folgende Links weiter: http://www.prisma.ag/fileadmin/thinkfirst/download/tipps_tricks/geschenkgutscheine_steuerlich_richtig_handhaben.pdf. oder
      Wir hoffen damit Ihre Frage beantwortet zu haben. Nichts desto trotz müssen wir darauf hinweisen, dass wir keine Haftung für unsere Antwort übernehmen können, da wir keine Steuerberater sind.

  6. Christina Bachmann sagt:

    Wenn der Gewinn bei einer GbR über 60.000,00 € liegt, und dieser auf drei Gesellschafter verteilt wird
    besteht dann immer noch die Bilanzierungspflicht?

  7. Britta Meyer sagt:

    Sehr geehrter Herr Tuchel,

    Sie schreiben „Damit diese Erleichterungen auch auf breiter Basis ankommen, sieht der Gesetzgeber die Anwendung der Grenzwerte auch für die Wirtschaftsjahre 2014 und 2015 vor. Das bedeutet, dass die Pflicht zur BIlanzierung auch für all jene Unternehmer nicht eintritt, die in 2014 und 2015 jeweils die 60.000 € Gewinn bzw. 600.000 € Umsatz nicht übertraten.“

    Besteht bei den folgenden Zahlen eines Einzelunternehmens ab 2017 Bilanzierungspflicht?
    (Das Finanzamt hat bisher nicht aufgefordert …)

    Nettoumsätze
    2014: 493 T€
    2015: 643 T€
    2016: vss. 680 – 700 T€

    Ergebnisse
    2014: + 22 T€
    2015: + 28 T€
    2016: vss. + 55 bis +60 T€

    • Hallo Frau Meyer,

      Ich würde von einer Bilanzierungspflicht ausgehen, da in 2015 ja die Umsatzgrenze überschritten wurde und für 2016 auch von einer Überschreitung auszugehen ist.

      Definitiv beantworten kann das Ihre Sachbearbeiterin beim Finanzamt. Ein Anruf und Sie wissen bescheid.

  8. Volker sagt:

    Würde gerne eine Frage stellen die mir bisher unterschiedlich beantwortet wurde.
    Mir ist bekannt das man zweimal hintereinander unter der Umsatzgrenze von 600.000,-€ bzw. Gewinngrenze von 60.000,-€ bleiben muss um von der Bilanzierungspflicht in die EÜR wechseln zu dürfen.

    Wie ist es aber wenn man eine EÜR macht wobei man in einem Jahr über 60.000,-€ verdient hat und im nächsten Jahr wieder drunter bleibt? Ist man beim ersten Mal überschreiten Bilanzierungspflichtig oder muss man die Gewinngrenze zweimal hintereinander überschritten haben???

  9. Ich denke, diese Frage sollten Sie direkt mit dem Finanzamt klären, um keine Fehler zu machen. Ein Anruf bei Ihrem zuständigen Sachbearbeiter dauert vermutlich keine 10 Minuten und Sie haben die Antwort von der Quelle.

    Nur so viel: normaler Weise fordert Sie das Finanzamt auf, zu bilanzieren.

  10. Dirk sagt:

    Ich fürchte in den Artikel hat sich ein Fehler eingeschlichen: wörtlich steht da, das nur Betriebe bilanzieren müssen, deren Umsätze/Gewinne gewisse Grenzen NICHT überschreiten.

    Streng logisch müssten riesige Betriebe nicht bilanzieren, kleine aber schon…

    • Hallo Dirk,

      unfassbar, was so ein „nicht“ an falscher Stelle aus einem Beitrag machen kann. Vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Beitrag korrigiert. Jetzt macht er wieder Sinn 😉

      Joachim Tuchel

  11. Alex sagt:

    Hallo Herr Tuchel,
    handelt es sich bei den beiden Angaben Umsatz und Gewinn um „und“ oder „oder“ ?
    Was ist also, wenn der Gewinn bspw. bei ca. 100.000 EUR liegt (also oberhalb der Gewinn-Grenze), der Umsatz allerdings bspw. bei 150.000 EUR (und damit also unterhalb der Umsatz-Grenze von 600.000 EUR), fiele ein solcher Fall dann unter die Bilanzierungspflicht oder nicht?
    Danke vorab und viele Grüße,
    Alex

    • Antje Rößle-Tuchel sagt:

      Hallo Alex,
      vielen Dank für Ihr Interesse. Es handelt sich dabei um ein „oder“. Das heißt, wenn wie in Ihrem Beispiel genannt der Gewinn bei ca. 100.000 € liegt, sind Sie bilanzierungspflichtig egal wie hoch Ihr Umsatz ist. Allerdings fordert Sie Ihr Finanzamt i.d.R. dazu auf, eine E-Bilanz abzugeben.
      Wir hoffen Ihnen damit geholfen zu haben.
      Freundlichen Grüße aus Ludwigsburg

  12. Sara sagt:

    Guten Tag Herr Tuchel,
    gelten diese Grenzen pro Gewerbe oder pro Unternehmer?
    Hintergrund: als Freiberufler bin ich nich zur Bilanzierung verpflichtet, überschreite mit dem Gewinn aber die genannte Grenze. Wenn ich nun zusätzlich ein Gewerbe anmelde, ist dann der Gewinn der freiberuflichen Tätigkeit für die Bilanzierungspflicht des Gewerbes relevant oder nicht?

    • Antje Rößle-Tuchel sagt:

      Hallo Sara,
      wir sind keine Steuerberater und dürfen damit keine verbindliche Auskunft in Steuerthemen abgeben. Unserer Meinung nach wird das Gewerbe alleine betrachtet und andere Einkünfte aus anderen Einkunftsarten (wie z. B. aus freiberuflicher Tätigkeit oder unselbständiger Arbeit oder Mieteinnahmen) werden nicht dazu gerechnet. Die Verrechnung aller Einkunftsarten erfolgt erst in der Einkommenssteuererklärung. Um ganz sicher zu gehen, lohnt sich ein kurzer Anruf bei Ihrem Finanzamt.
      Viele Grüße aus Ludwigsburg

  13. Alex sagt:

    Danke für die schnelle Antwort.
    Sagt § 241a HGB aber nicht aus, dass erst wenn man als Einzelunternehmen 2 Mal in Folge diese Grenzen überschreitet, man erst dann bilanzierungspflichtig ist?

  14. Lothar sagt:

    Was passiert wenn man Jahrelang Bilanziert hat und dann nicht mehr auf die 60/600000 Gewinn / Umsatz kommt? Fällt das Bilanzieren dann einfach weg?

    • Hallo,

      wenn die Bilanzierungsprflicht wegfällt, kann man auf die EÜR wechseln. Man kann aber auch weiterhin bilanzieren.
      Nicht immer bringt das allerdings Vorteile, hier lohnt es sich, auf das Finanzamt oder einen Steuerberater zu zu gehen und die Sache zu besprechen.
      Einen viel zu findenden Vorteil bringt die EÜR gegenüber der Bilanz leider nicht: die Buchhaltung als solche wird nicht wirklich einfacher. Man muss weiterhin die Ennahmen und Ausgaben sehr detailreich aufzeichnen, die Anlagegüter in einem Anlagespiegel verwalten und auch sonst sind die Erleichterungen der EÜR gegenüber bilanzierenden Unternehmen nicht wirklich großartig. Wichtig: ein EÜR-Rechner hat kein Vermögen. Und genau hier ist die Krux: waren bisher in der Bilanz Vermögenswerte, müssen sie beim Wechsel der Gewinnermittlungsart „geordnet ins Privatvermögen übertragen werden“, was in den meisten Fällen hohe Steuerzahlungen bedeutet.

      Aber wie gesagt: das ist im Einzelfall zu klären und lässt sich pauschal nicht beantworten.

  15. Pia sagt:

    Guten Tag, ich suche seit Tagen eine Quelle, ob der IAB „in der“ EÜR gebildet werden kann, um die Bilanzierungspflicht aufzuhalten. Mal ja/mal nein — kann mir da jemand mit einer Quelle helfen?
    EU Gewinn 65 T€ .. abzgl. IAB 6 T€ …unter 60 T€. Sonst sind alle Grenzen eingehalten. Falls man zur Bilanzierung verpflichtet wird (hier ab 2019) … muss man da nicht mind. 3 Jahre bilanzieren – obwohl Gewinn danach ca. 50 T€/a? Wo ist ein schlauer Kopf 🙂

    • Hallo Pia,

      vielen Dank für diese interessante Frage. Natürlich ist zunächst mal der IAB für EÜR-Rechner eine Option der Steuerreduzierung. Inwieweit er die Pflicht zur Bilanzierung aufschiebt, ist wohl am besten mit einem Steuerberater oder dem zuständigen Finanzamt zu klären. Wir sind keine Steuerberater und dürfen in Fragen der Steuergestaltung keine Ratschläge erteilen, auf die man sich dann berufen könnte. Selbst, wenn wir noch so große Schlauköpfe wären 😉