Blog-Beiträge aus dem April 2014

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um 09:51:19

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Wann ist Leasing interessant?

Es kann sich für einen Unternehmer durchaus lohnen, eine Maschine, ein Firmenfahrzeug oder sonstige Vermögenswerte zu leasen, anstatt sie zu kaufen. Dabei gibt es mehrere Vorteile, die gerne angeführt werden, wenn es um die Frage Leasing oder Kauf geht:

  • Liquidität: Anstatt eine hohe Geldsumme für den Kauf eines Wirtschaftsgutes aufbringen zu müssen, kann man den Leasinggegenstand gegen eine (meist) monatliche Leasingrate nutzen. Zwar gehört der Gegenstand Ihnen nicht, aber Sie haben ihn zur freien Verfügung, ohne den kompletten Kaufpreis aufwenden zu müssen. Bei einem Leasingvertrag mit Kaufoption sind die Leasingraten auch zu einem gewissen Anteil als Anzahlungen auf einen späteren Kaufpreis zum Ende des Leasingvertrages anzusehen. Das heisst, Leasing ermöglicht die sofortige Nutzung eines Wirtschaftsgutes, das man sich erst in ein oder zwei Jahren zu einem etwas reduzierten Kaufpreis kaufen muss. (Wobei das „reduziert“ nicht wirklich stimmt, denn die Leasingraten beinhalten natürlich auch Zinsen und einen Gewinnanteil für den Leasinggeber, unter dem Strich also wird das Leasinggut für den Leasingnehmer teurer als beim Kauf).
  • Aktualität: viele Leasingverträge sind so ausgestaltet, dass dem Leasingnehmer schon nach einem oder zwei Jahren die Möglichkeit eingeräumt, das Leasinggut zurückzugeben oder zu kaufen. Die Rückgabe kann vor allem bei Gegenständen sehr attraktiv sein, die sehr schnell veralten, etwa eine EDV-Anlage oder hoch spezialisierte Maschinen. Zwar lässt sich der Leasinggeber dieses Entgegenkommen ebenfalls vergüten, auch wenn er das Leasinggut vielleicht in einem anderen Markt durchaus nochmals weiter verleasen kann. Dennoch kann die beschleunigte Teilhabe an kurzen Innovationszyklen  ein entscheidender Wettbewerbsvorteil sein. Für manch einen Unternehmer ist vielleicht auch die Prestigeträchtigkeit eines stets neuen Firmenwagens ebenfalls ein wichtiges Argument.
  • Risikominimierung: In manchen Leasingverträgen sind neben der reinen Zurverfügungstellung einer Maschine auch Dienstleistungen wie die Wartung oder Reparaturen in gewissem Umfang enthalten. Damit ist einiges an Aufwand und Risiko auf den Leasinggeber verlagert, der für die Funktionstüchtigkeit des Leasinggegenstandes verantwortlich ist.
  • Steuerersparnis: unter bestimmten Voraussetzungen wird ein geleastes Wirtschaftsgut nicht als Vermögensgegenstand beim Leasingnehmer geführt („aktiviert“), sondern beim eigentlichen Eigentümer, dem Leasinggeber. Das hat den entscheidenden Vorteil, dass der Leasingnehmer dieses Gut nicht aktiveren muss, also nicht als Zuwachs im Betriebsvermögen verzeichnen muss. Die Tatsache, dass das Wirtschaftsgut nicht zum Betriebsvermögen gehört, bedeutet letztendlich auch, dass die Nutzungs- bzw. Leasingkosten sofort als Betriebsausgaben angesetzt werden können, und nicht etwa mit Abschreibungen über eine mehrjährige Nutzungsdauer verteilt. Damit ist der Betriebsgewinn unmittelbar geringer, obwohl die Maschine genutzt werden kann

Vor allem bei dem letzten Punkt ist jedoch Vorsicht geboten: Ob ein Leasinggegenstand ins Betriebsvermögen des Leasingnehmers oder des Leasinggebers gehört, hängt von der Ausgestaltung des Leasingvertrages ab. Die wesentlichen Faktoren für diese Einordnung sind:

  • Dauer der Grundmietzeit: Nur, wenn der Leasingvertrag eine Laufzeit zwischen 40% und 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer (zu finden in den amtlichen Abschreibungstabellen) liegt, gehört das Leasinggut ins Betriebsvermögen des Leasinggebers und verschafft so dem Leasingnehmer die oben genannten Vorteile
  • Kaufoption am Ende des Leasingvertrages: Räumt Ihnen der Leasingvertrag eine Kaufoption am Ende der Grundmietzeit ein, so dürfen Sie den Gegenstand nur dann als „Fremdeigentum“ behandeln, wenn der vereinbarte Kaufpreis am Ende der Grundmiete über dem (Zeit-)Buchwert des Gegenstands liegt. Sie müssen also vergleichen, ob der vereinbarte Kaufpreis am Ende der Mietzeit höher ist, als der Wert, den die Maschine noch hätte, wenn Sie sie über die Mietdauer abgeschrieben hätten.

In den Kontolino!-Arbeitshilfen finden Sie ein „Arbeitsblatt Leasing“ für Ihr Tabellenkalkulationsprogramm, mit dem Sie mit ein paar Eingaben schnell und sicher ermitteln können, ob ein Leasingvertrag so ausgestaltet ist, dass Sie von den o.g. Vorteilen profitieren können. Dazu sind nur ein paar wenige Eingaben nötig, und schon zeigt Ihnen das Blatt an, ob Sie das Wirtschaftsgut aktivieren müssen, oder nicht.

Für den Fall, dass Sie den Leasingvertrag abschliessen und das Wirtschaftsgut als Betriebsvermögen führen und abschreiben müssen, finden Sie auf dem Blatt auch die Konten, auf denen die Aktivierung verbucht wird. Das Blatt können Sie sich ausdrucken und Ihrem Anlageverzeichnis beilegen.

Dieses Arbeitsblatt ist nur eine von vielen Arbeitshilfen, die Sie auf Kontolino.de finden können, und die Ihnen die Buchführung erleichtern. Wenn Sie eine Idee haben, welche weiteren Formulare oder Arbeitsblätter Ihnen bei der Buchführung helfen würden, lassen Sie es uns wissen. Wir sind stets daran interessiert, unseren Nutzern das Leben so einfach wie möglich zu machen.

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um 08:25:17

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Die Kontolino!-Arbeitshilfen

icône épingle punaise marqueur carte informationAuf unserer Startseite gibt es seit ein paar Tagen eine neue Rubrik mit dem schönen Namen Arbeitshilfen. Dort sammeln wir einige hilfreiche Arbeitsmappen für Ihr Tabellenkalkulationsprogramm oder PDF-Dokumente, die bei der Führung Ihrer Buchhaltung nützlich sein können.

So finden Sie dort unter anderem

  • einen Link auf die amtlichen Abschreibungstabellen des Bundesfinanzministeriums, um die Anzahl Jahre zu ermitteln, über die Sie ein bestimmtes Anlagegut abschreiben sollten
  • ein Arbeitsblatt (Excel-Arbeitsmappe), mit dem Sie ausrechnen können, ob ein Leasingvertrag für Sie als Leasingnehmer steuerlich vorteilhaft ist oder nicht. Es ist eben leider nicht so, dass Leasing immer dazu führt, dass ein Wirtschaftsgut nicht als Vermögensgegenstand beim Nutzer bzw. Leasingnehmer gilt. Mit unserem Arbeitsblatt können Sie einfach und schnell Fehler vermeiden.
  • eine PDF-Vorlage für einen Bewirtungsbeleg mit allen gesetzlich vorgeschriebenen Angaben. Mit diesem PDF-Dokument können Sie schnell und einfach alle Angaben sammeln, die für eine korrekte Verbuchung einer betrieblich veranlassten Bewirtung notwendig sind. Zudem finden sich für die Kontenrahmen IKR, SKR 03 und SKR 04 die korrekten Konten auf dem Blatt, um die Bewirtung zu verbuchen. Natürlich können Sie den Beleg in Kontolino! auch mit Hilfe des Buchungsassistenten noch ein wenig schneller und einfacher verbuchen.
  • Ein Spreadsheet zur Berechnung des Privatanteils eines sowohl privat als auch geschäftlich genutzten Telefonanschlusses. Am Jahresende müssen die privaten Telefonkosten als unentgeltliche Wertabgabe aus den Betriebsausgaben abgezogen werden. Unser Arbeitsblatt dient der Berechnung dieses Privatanteils sowie als Beleg für den Buchführungsordner. Zudem finden Sie auf dem Beleg die Konten, auf denen der Beleg letztlich verbucht werden muss.

Wir werden diese Seite nach und nach erweitern und weitere Arbeitshilfen aufnehmen, um unseren Nutzern die Arbeit noch ein wenig zu erleichtern.

Haben Sie Anregungen für Belegvorlagen und Arbeitsblätter, die Ihnen bei der Buchführung helfen würden? Wir freuen uns über Kommentare oder Nachrichten per E-Mail.

 

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um 08:54:23

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Kontolino! und das Heartbleed-Problem

Selbst der größte Computerlaie hat es sicher mitbekommen: das Internet wurde in den letzten Tagen durchgerüttelt von einer der spektakulärsten Sicherheitslücken, die die Computerwelt bisher gesehen hat.

Oder wie war das?

Die Lücke hörte auf den schönen Namen Heartbleed und praktisch alles und jedes System war davon irgendwie betroffen. Eine ziemlich schlampige Umsetzung einer einfachen „Heartbeat“-Funktion hat dazu geführt, dass ein vermeintlich sicherer HTTPS- oder TLS-Server an einen Angreifer einen (kleinen) Teil seines Arbeitsspeichers übertragen hat. Dummer Weise kann man nicht sagen, was für ein Speicherbereich es war, und was genau da drin war. Theoretische könnte es das Passwort eines angemeldeten Benutzers oder ein privater Schlüssel gewesen sein. Vielleicht aber auch einfach nur Bytesalat.
Mehr Details zu Heartbleed finden Sie z.B. bei heise online.

Das wirklich schlimme an der Sache war, dass die openSSL-Bibliothek, die diesen Fehler hatte, in so ziemlich jedem Internet-Applikationsserver, Mail-Server, Betriebssystem oder Verschlüsselungsprogramm zum Einsatz kommt. Und dass dieser Fehler offenbar 2 Jahre lang existiert hat, und vielleicht auch Leuten bekannt, war, die eventuell mit Passwörtern oder Verschlüsselungsparametern etwas anfangen können/möchten, das uns Anwendern nicht so recht ist.

Nun ist aber noch völlig unklar, ob diese Lücke wirklich von irgendjemandem erfolgreich ausgenutzt wurde, oder ob jemand einen Weg gefunden hat, aus dem kleinen Speicherauszug, der da übertragen wurde, herauszulesen, um was für Bytes es sich da handelt. Theoretisch möglich wäre es, daran besteht kein Zweifel.

Was aber hat das alles mit Kontolino!-Anwendern zu tun?

Nun, auch unser Web-Server nutzt openSSL, und war also potentiell betroffen. Uns ist bisher nicht bekannt, dass einem unserer Nutzer ein Schaden entstanden ist. Mehr lässt sich dazu leider nicht sagen.

Wir haben in der Nacht auf vergangenen Mittwoch (9. April 2014) ein update der openSSL-Bibliothek auf unseren Servern eingespielt, also praktisch sofort, als eine Behebung für Heartbleed verfügbar war. Damit haben wir schneller reagiert als so mancher Branchenriese. Für unsere Benutzer  ist damit die Heartbleed-Story abgeschlossen.

In der Expertenwelt ist es ziemlich umstritten, ob die Empfehlung, sofort und überall alle Passwörter zu ändern und möglichst nur noch mit Mundschutz ins Internet zu gehen, Sinn macht oder nicht. Wir sind der Meinung: Sie sollten Ihr Passwort ohnehin von Zeit zu Zeit ändern und möglichst für jeden Dienst, den Sie nutzen, ein eigenes Passwort nutzen. Natürlich haben Sie bei Kontolino! jederzeit die Möglichkeit, Ihr Passwort zu ändern oder sich ein neues, ziemlich kryptisches Passwort generieren zu lassen. Wie das geht, erfahren Sie im Bereich „Benutzer und Passwort“ in unserer Dokumentation.

Ein paar nützliche Tipps für den sicheren Umgang mit Passwörtern findet sich ebenfalls bei heise online. Dort finden Sie auch Vorschläge, wie Sie die Sache mit dem extra Passwort für jede Seite in den Griff bekommen, ohne sich hunderte Passwörter merken zu müssen.

 

 

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um 12:36:29

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Kontolino! unterstützt jetzt die Anlage EÜR ab 2013

Hier bei Kontolino! stehen die Räder nicht still. Seit letzter Nacht unterstützt die neue Version von Kontolino! auch die Anlage EÜR – oder, wenn man es gerne ausgeschrieben hat – die Anlage Einnahmenüberschussrechnung zur Einkommensteuer-Erklärung.

Wer braucht die EÜR?

Diese Anlage müssen alle Unternehmer mit ihrer Einkommensteuererklärung abgeben, die mehr als 17.500 Euro Umsatz pro Jahr machen, aber noch nicht in die weit höhere Kategorie von Unternehmen fallen, die eine so genannte E-Bilanz abgeben müssen. Mehr Details dazu finden Sie in der Kontolino!-Dokumentation.

EÜR_Beispiel

Was genau unterstützt Kontolino?

Mit unserem Programm können Sie nun am Jahresende mit einem einfachen Mausklick eine Ausfüllhilfe für die Anlage EUR erzeugen. Diese drucken Sie sich aus und starten Ihr Steuerprogramm, z.B. ElsterFormular und geben die Werte in diesem ein. Natürlich können Sie die Ausfüllhilfe auch an Ihren Steuerberater weitergeben, damit er die Sache für Sie erledigt.

Der Menüpunkt für die EÜR findet sich im Hauptmenü unter der Überschrift „Jahresabschluss“.  Er ist nur vorhanden, wenn Ihr Paket die EÜR unterstützt und für das aktuelle Buchungsjahr Formulardaten verfügbar sind.

Wenn Sie diesen Klicken, erhalten Sie eine übersichtliche Tabelle, in der Sie die Zeile im amtlichen EÜR-Formular sowie den Formulartext finden, damit Sie sich schnell beim Ausfüllen zurechtfinden.

Bisher sind von den Finanzbehörden nur die Formulare für 2013 offiziell bekannt- bzw. freigegeben, sodass Sie aktuell nur für das Kalenderjahr 2013 eine Anlage EÜR in Kontolino erzeugen können. Sobald die Formulare für 2014 erscheinen, werden wir sie natürlich in Kontolino! aufnehmen, damit Sie auch 2015 eine EÜR abgeben können.

Es ist nicht geplant, Formulare für Jahre vor 2013 in Kontolino! zu integrieren, aber das dürfte für das Gros unserer Kunden auch absolut irrelevant sein.

 

Warum nur eine Ausfüllhilfe?

Es gibt mehrere Gründe dafür. Zum Einen sind noch nicht alle Daten, die in einer vollständigen EÜR anzugeben sind, in Kontolino! vorhanden, d.h. Sie müssen in bestimmten Fällen die Anlage ohnehin um Angaben ergänzen, die nicht in Kontolino! ermittelt werden können.

Dazu zählen vor allem die Beiden „Anlagen zur Anlage“ (ja, so ist das im deutschen Steuerdschungel, das haben nicht wir uns ausgedacht):

  • Anlage AVEÜR (Anlagenverzeichnis): Bisher haben wir noch kein Anlagenverzeichnis in Kontolino!, noch müssen Sie Ihre Anlagegüter von Hand verwalten. Das Thema ist bereits auf der Prioritätenliste, aber für die Anlage EÜR 2013 reicht es nicht mehr, denn es sind noch ein paar Punkte weiter oben auf der Liste.
  • Anlage SZE (nicht abziehbare Schuldzinsen bei Einzelunternehmen): Auch hier ist Kontolino aktuell noch nicht so weit, diese Anlage automatisch zu erstellen. Wie der Titel schon sagt, ist das aber auch nur bei Einzelunternehmen ein Thema, aber z.B. nicht für GbR-Gesellschaften etc.

Die Anlage EÜR muss bei Gesellschaften mit mehreren Eigentümern für jeden einzelnen Gesellschafter abgegeben werden, und dabei einige der Werte aus der Buchhaltung zwischen den einzelnen Gesellschaftern verteilt angegeben werden. So muss z.B. jeder Gesellschafter in seiner Anlage EÜR seine persönlichen Kosten für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte oder Verpflegungsmehraufwendungen angeben. Auch die Angeben zu Reisekosten etc. sind für jeden Gesellschafter unterschiedlich, ebenso wie Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer etc.

Da der administrative Aufwand, all die Stammdaten für mehrere Gesellschafter in Kontolino! einzugeben, und in einem Kontenplan alle möglichen Verknüpfungen zwischen individuellen Konten (die es gar nicht in allen Kontolino!-Paketen gibt) und der entsprechenden Position in der Anlage EÜR zu pflegen, sehr hoch werden kann, haben wir uns zunächst einmal für diese Lösung entschieden. Sie brauchen ein Beispiel für aufwändige Stammdatenpflege? Bittesehr: für jeden Steuerpflichtigen/Gesellschafter muss in der EÜR angegeben werden, ob die Einkünfte als Einkünfte des Steuerpflichtigen oder seines Ehegatten in einer Miteigentümerschaft anzusehen sind.