Blog-Beiträge aus dem Februar 2014

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um 12:07:27

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Ein Plädoyer für die doppelte Buchführung

Heute wollen wir uns der Frage widmen, wer eine doppelte Buchführung zwingend einführen muss, und welche Gründe vielleicht dafür sprechen, auch dann mit der doppelten Buchführung zu arbeiten, wenn der Gesetzgeber dies nicht ausdrücklich verlangt. Sie werden sehen, es gibt durchaus einige interessante Punkte, die es hier anzuführen gibt.

Angstgegner Buchführung

Die Doppelte Buchführung klingt für viele Leute erst mal sehr beängstigend. Buchhaltern sagt man einen ziemlich seltsamen Blick auf die Welt nach, und es gibt sicher einen Grund, warum die Berufsbezeichnung manchmal auch als Schimpfwort benutzt wird.

Aber sind wir mal ehrlich: bei den eigenen Finanzen ist die Erbsenzählerei eigentlich gar nicht so unangebracht. Am Überblick über die eigene Finanzlage hängt ja doch so einiges:

  • Kann ich meine Familie denn von meinem Geschäft ernähren?
  • Reicht mir der aktuelle Umsatz, um am Jahresende auch mit ein bisschen Gewinn da zu stehen?
  • Kann ich mir aktuell einen neuen PC leisten, oder warte ich mit diese Investition noch eine Weile?
  • Wie viel von dem Geld auf meinem Bankkonto gehört denn nun wirklich mir, und wie viel muss ich nächstes Quartal oder Jahr dem Finanzamt überweisen?

All diese Fragen sind nur wirklich zu beantworten, wenn man seine Finanzlage kennt. Da hilft kein Gefühl nach dem Motto: es läuft gerade sehr gut, die Leute rennen uns die Bude ein.
Hier gelten nur Zahlen.

Kein Spaß, aber notwendig

Ja, das Führen von Büchern ist eine trockene Angelegenheit und macht deutlich weniger Spass, als sich mit der großen Geschäftsidee zu beschäftigen, an der man sein Herz aufgehängt hat, und für die man kämpft. Wer sich aber vor Augen führt, dass die richtige Einschätzung der eignen finanziellen Lage absolut unausweichlich ist, um mit dem neuen Ladengeschäft nicht ganz schnell in unangenehme Spiralen zu tauchen, erkennt vielleicht auch, dass es durchaus Sinn macht, sich einmal im Monat einen Nachmittag hin zu setzen und sich exakt zu informieren, wie es steht. Hat man Erfolg, macht es sogar Spass, zu sehen, wie auch die Zahlen unterstreichen, dass man mit der Idee richtig lag. Hat man keinen, kann man rechtzeitig die Reissleine ziehen und die angemietete Ladenfläche kündigen und sich nach Alternativen umsehen, bevor die Bank auch noch die heimische Stereoanlage abholt und die Eigentumswohnung zum günstigen Erwerb ausschreibt.

So viel also zum negativen Image der Buchhalterei. Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen, soll noch mit einem zweiten Vorurteil aufgeräumt werden: in kleinen Unternehmen ist die Buchführung keine schwarze Kunst und bedarf auch keiner übernatürlichen Kräfte. Auch, wenn es Ihnen manch einer einreden möchte: so lange Sie keine großen Summen verschieben, um Steuerbeträge in schwindelnden Höhen zu sparen (die Sie ja erstmal erwirtschaften müssten), und so lange Sie kein Geflecht aus zig Briefkastenfirmen, Holdings und Auslandsgesellschaften gründen, wenn Sie nicht beabsichtigen, in Kürze Beteiligungen an anderen Unternehmen zu erwerben oder sich mit der Frage der Absetzbarkeit größerer Summen als Schmiergelder im Ausland beschäftigen möchten, ist die Buchführung meist gar nicht so kompliziert.

Ganz unabhängig davon, ob Sie sich für die Führung einer einfachen Einnahmen-/Ausgabenrechnung in Tabellenform oder eine Doppelte Buchführung entscheiden, Sie werden vermutlich über ein bis zwei Dutzend verschiedene Geschäftsfälle nicht hinauskommen. Die meisten davon können Sie nach den dritten Monat auswendig. Weiterlesen